Warum junge Kinder in Deutschland oft ungeprüfte Medikamente erhalten
Warum junge Kinder in Deutschland oft ungeprüfte Medikamente erhalten
Kinder und junge Jugendliche in Deutschland haben Schwierigkeiten, Zugang zu ausreichend geprüften Medikamenten zu erhalten. Viele der ihnen verschriebenen Behandlungen sind nicht offiziell für junge Patient:innen zugelassen. Diese Versorgungslücke wirft Fragen zur Sicherheit und Wirksamkeit in der Kinder- und Jugendmedizin auf.
Ein großer Teil der Arzneimittel, die an Kinder und junge Jugendliche vergeben werden, fällt unter den Off-Label-Gebrauch. Zwischen 60 und 90 Prozent der verschriebenen Medikamente wurden nicht speziell für junge Patient:innen getestet. Diese Praxis birgt erhebliche Risiken – von schweren Nebenwirkungen bis hin zu lebensbedrohlichen Folgen.
Rechtliche Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation gibt es durchaus. Die Off-Label-Kommission des BfArM kann bestimmte Wirkstoffe in Anlage VI der Arzneimittelrichtlinie aufnehmen. Sobald sie dort gelistet sind, dürfen diese Medikamente auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden.
Doch trotz solcher Maßnahmen bleiben Herausforderungen bestehen. Die Erprobung neuer Arzneimittel an jungen Kindern und Jugendlichen gestaltet sich schwierig – wegen geringer Patient:innenzahlen, Rekrutierungsproblemen und Hürden bei der Einwilligung. Zudem halten Behörden hohe Sicherheitsstandards zum Schutz der jungen Patient:innen aufrecht, was Zulassungsverfahren verzögern kann.
In den vergangenen fünf Jahren (2021–2026) gibt es keine klaren Daten darüber, wie viele neue Medikamente speziell für junge Kinder und Jugendliche in Deutschland zugelassen wurden. Auch die Gründe für diese Entwicklung sind nicht eindeutig identifiziert.
Der Mangel an geprüften Arzneimitteln für junge Patient:innen bleibt ein Risiko. Off-Label-Verschreibungen sind nach wie vor weit verbreitet – trotz ihrer potenziellen Gefahren. Zwar existieren rechtliche Wege und regulatorische Schutzmechanismen, doch die Hürden bei Tests und Zulassungen bestehen fort.
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