Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit spektakulärer Schornsteinsprengung am Sonntag

Ibrahim Karge
Ibrahim Karge
2 Min.
Ein großes Gebäude mit erheblichen Trümmern, darunter Schrott, einen Verkehrskegel und einen blauen Container davor, mit Pflanzen, Pfählen und Himmel im Hintergrund, was auf Abrissarbeiten hinweist.Ibrahim Karge

Schornstein des Kraftwerks Ibbenbüren wird gesprengt - Ibbenbürens Kohle-Ära endet mit spektakulärer Schornsteinsprengung am Sonntag

Das letzte Kapitel des ehemaligen Steinkohlekraftwerks von RWE in Ibbenbüren schließt sich an diesem Sonntag. Gegen 11:00 Uhr wird das letzte noch stehende Wahrzeichen des Geländes – ein 275 Meter hoher Schornstein – durch eine kontrollierte Sprengung abgerissen. Damit geht ein weiterer Schritt bei der Umwandlung des Industrieareals in eine Grünfläche und einen zukünftigen Energieknotenpunkt vonstatten.

Das Kraftwerk, das einst das Ortsbild prägte, stellte 2021 den Betrieb ein, als RWE seine letzten beiden Steinkohleblöcke in Deutschland abschaltete. Der Standort Ibbenbüren wurde – wie auch ein weiteres Werk in Hamm – im Rahmen des deutschen Ausstiegs aus fossilen Brennstoffen stillgelegt.

Seit dem Abriss des Kamins und weiterer Bauwerke im Jahr 2021 regeneriert sich das 42 Hektar große Gelände stetig. Natürliche Vegetation und Bäume bedecken bereits Teile der Fläche, während laufende Renaturierungsmaßnahmen bis 2026 Teiche, Spazierwege und Grünflächen entstehen lassen sollen. Die Verwandlung von einer industriellen Narbe zu einer parkähnlichen Landschaft spiegelt den größeren Wandel der Energiewende wider.

Bevor das Gelände an Amprion übergeben wird, müssen die verbleibenden Gebäude abgerissen, zerkleinert und, wo möglich, recycelt werden. Die Hagedorn Gruppe, die den Standort 2023 erwarb, wird diesen Prozess abschließen und die Übergabe im Sommer 2026 vollziehen. Bereits im April 2025 wurden der Kühlturm und das Kesselhaus in einer kontrollierten Sprengung niedergelegt.

Amprion plant auf dem Gelände den Bau einer Konverterstation, die die Offshore-Windparks in der Nordsee mit dem Stromnetz Nordrhein-Westfalens verbinden soll. Die Anlage soll 2031 in Betrieb gehen.

Mit dem Abriss des Schornsteins verschwindet das letzte sichtbare Relikt der Kohleära in Ibbenbüren. Künftig wird das Gelände sowohl erneuerbare Energieinfrastruktur beherbergen als auch der Öffentlichkeit grüne Freiflächen bieten. Das Projekt steht beispielhaft für Deutschlands Übergang von fossilen Brennstoffen zu nachhaltiger Energie.

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