13 March 2026, 14:01

ZDK reformiert sich radikal – doch droht nun die Spaltung der Autohandwerksverbände?

Die BMW-Zentrale in Frankfurt, Deutschland, ein großes Glasgebäude mit Text darauf, mit Menschen, die auf der Straße davor gehen und einem Baum auf der linken Seite.

ZDK reformiert sich radikal – doch droht nun die Spaltung der Autohandwerksverbände?

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat tiefgreifende Reformen seiner Struktur beschlossen, um zu verhindern, dass Werkstätten organisatorisch ins Abseits geraten. Die im Januar 2024 beschlossenen Änderungen erfolgen vor dem Hintergrund wachsender Spannungen mit dem Zentralverband Deutches Kraftfahrzeug-Handwerk (ZVK) und folgen einem Streit über Mitgliedsbeiträge und Governance-Fragen.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn und Vorstandsvorsitzender Jürgen Hasler stellen die Umstrukturierung als Schritt zu mehr Transparenz und einer besseren Abbildung der Branchenrealität dar. Die Reformen zielen zudem auf die Beilegung langjähriger Konflikte zwischen den beiden Verbänden ab, die nun einen kritischen Punkt erreicht haben.

Der ZDK bezeichnet die aktuelle Lage als ein "bewusst herbeigeführtes Szenario", das auf eine Spaltung abzielt. Die gemeinsame Besetzung von Gremien wird beendet, und eine strikte institutionelle Trennung wird durchgesetzt. Dies folgt auf den Anspruch des ZVK von Oktober 2025, 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge für sich zu beanspruchen – was zu juristischen Auseinandersetzungen führte und eine Neuregelung der Beitragsstruktur auslöste.

Der Streit um die Abgasuntersuchungsgebühren (AÜK), einst ein zentraler Zankapfel, hat inzwischen viel von seiner rechtlichen Brisanz verloren. Die eigentlichen Gründe für die Trennung liegen laut ZDK woanders. Um widersprüchliche öffentliche Aussagen zu vermeiden, werden die Ausschüsse künftig stärker auf ihre Beratungsfunktion konzentriert, während das alleinige Sprecherrecht der Führungsebene vorbehalten bleibt.

Nach den neuen Regeln muss künftig ein Vertreter der Handwerksführung einbezogen werden, und Personalentscheidungen werden über die Mitgliederversammlung getroffen. Zudem plant der ZDK, die Betroffenheit in den Regionen zu verstärken und Unternehmen über Gründe und Folgen eines möglichen Austritts zu informieren. Trotz der Spannungen bleibt eine Rückkehr zu einer konstruktiven Zusammenarbeit möglich – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiert die neuen Strukturen und erkennt die richtungsweisende Autorität der Bonner Zentrale an.

Um zu verhindern, dass Werkstätten organisatorisch abdriften, führt der ZDK direkte Wege ein, über die sie sich der Bonner Zentrale anschließen können. Konkrete Details zu Änderungen in der Kommunikationsstrategie des ZDK gegenüber der Öffentlichkeit oder den Mitgliedsunternehmen im Vergleich zu früheren Praktiken wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Die Reformen markieren einen deutlichen Wandel in der Arbeitsweise des ZDK, mit strengerer Governance und klareren Rollenverteilungen für die Gremien. Der Verband konzentriert sich nun darauf, seine Strukturen zu stabilisieren und gleichzeitig die Folgen des ZVK-Konflikts zu bewältigen. Ob die Änderungen zu einer Lösung oder zu einer weiteren Spaltung führen, hängt davon ab, wie der ZVK auf das neue Rahmenwerk reagiert.

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