13 April 2026, 08:02

Wie der Neoliberalismus seit den 1970ern die Welt veränderte – und warum die Linke versagte

Schwarze und weiße Illustration, die den Übergang von Tory-Regierung zu liberaler Herrschaft zeigt, mit mehreren Menschen, Tieren und Gegenständen.

Wie der Neoliberalismus seit den 1970ern die Welt veränderte – und warum die Linke versagte

Der Aufstieg des Neoliberalismus seit den 1970er-Jahren hat weltweit Wirtschaft und Politik umgestaltet. Sein globaler Einfluss gründet sich nicht nur auf die Wandlungen des Kapitalismus selbst, sondern auch auf die Verbreitung seiner Kernideen. Doch die Unfähigkeit der Linken, diese Transformation herauszufordern, spielte eine ebenso entscheidende Rolle für seinen Erfolg.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Grundlagen für die globale Dominanz des Neoliberalismus wurden durch strukturelle Veränderungen des Kapitalismus sowie die intellektuellen Vorarbeiten seiner Befürworter gelegt. Gleichzeitig blieb der Widerstand von links schwach und vermochte es nicht, eine kohärente Gegenbewegung aufzubauen. Selbst die Proteste von 1968, die zwar die Konsumkultur kritisierten, mündeten nicht in eine dauerhafte antikapitalistische Bewegung.

Kritik am Konsum war bereits während des Nachkriegbooms aufgekommen – lange bevor neoliberale Politiken Fuß fassten. Später übernahmen sozialdemokratische und linksliberale Parteien oft selbst neoliberale Reformen, reagierten damit auf Wirtschaftskrisen, statt ihnen Widerstand entgegenzusetzen. Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS), die in den 1990er-Jahren entstand, verband Identitätspolitik mit keynesianischer Wirtschaftspolitik und verdrängte so radikalere antikapitalistische Forderungen in den Hintergrund.

Kritiker des Neoliberalismus betrachten ihn häufig als eine eigenständige Phase des Kapitalismus – eine Sichtweise, die zu einer unvollständigen Analyse führen kann. Der Begriff selbst verschleiert mitunter die größeren Dynamiken des Kapitalismus und verklärt bisweilen frühere Jahrzehnte. Um die gesellschaftlichen Veränderungen seit den 1970er-Jahren in ihrem vollen Umfang zu begreifen, müssen sowohl die Stärke des Neoliberalismus als auch die Schwächen der Linken gemeinsam betrachtet werden.

Der Aufstieg des Neoliberalismus war kein automatischer Prozess, sondern Ergebnis eines Zusammenspiels aus wirtschaftlichem Druck, ideologischen Verschiebungen und dem begrenzten Widerstand der Linken. Um seine Auswirkungen zu verstehen, reicht es nicht aus, lediglich seine Politiken zu analysieren. Das größere Scheitern antikapitalistischer Bewegungen half vielmehr, seine Vorherrschaft über Jahrzehnte zu zementieren.

Quelle