16 March 2026, 06:02

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe

Ein Buch mit Bildern verschiedener Räume, Flure und Artefakte innerhalb der Katholischen Kirche, begleitet von Texten zur Geschichte und Bedeutung.

Missbrauchsopfer im Erzbistum Paderborn fordern Gerechtigkeit und langfristige Hilfe

Rund 200 Katholiken versammelten sich diese Woche in Dortmund, um die Missbrauchsfälle durch Kleriker im Erzbistum Paderborn aufzuarbeiten. Die Veranstaltung markierte den Auftakt einer Reihe von Treffen unter der Leitung von Erzbischof Udo Markus Bentz, der weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Betroffenen ankündigte.

Zwischen 1941 und 2002 wurden im Erzbistum 485 Missbrauchsopfer identifiziert, an denen über 200 Geistliche beteiligt waren. Viele Überlebende berichten von langfristigen seelischen Schäden, die durch die kirchliche Sexualmoral noch verschärft wurden – sie fühlten sich jahrzehntelang mit Schuld belastet.

Das Erzbistum hat bereits 75 bis 80 Prozent der anerkannten Opfer entschädigt. Erzbischof Bentz bestätigte, dass auch die ausstehenden Ansprüche reguliert werden. Zudem wird die Unabhängige Kommission für Anerkennungzahlungen (UKA) 2025 insgesamt 93 Millionen Euro an Betroffene in allen deutschen Diözesen verteilen – wie viel davon auf Paderborn entfällt, steht jedoch noch nicht fest.

Zu den Unterstützungsangeboten zählen mittlerweile ein Therapienetzwerk, seelsorgerische Begleitung sowie Anerkennungzahlungen für erlittenes Leid. Einige Teilnehmer schlagen weitere Schritte vor, etwa einen Gottesdienst zur Auseinandersetzung mit dem Skandal. Ein anderer Vorschlag sieht vor, dass das Erzbistum ein Prozent seines Vermögens für langfristige Wiedergutmachung und Renten für die Opfer bereitstellt.

Für mehr Transparenz wurden QR-Codes an den Gräbern von Bischöfen angebracht, die in Missbrauchsfälle verwickelt waren. Wer sie scannt, erhält Informationen zu deren Leben und Fehlverhalten. Erzbischof Bentz wird die Gespräche mit Gläubigen in den kommenden beiden Tagen in Schmallenberg und Rheda-Wiedenbrück fortsetzen.

Michael Heltner, ein Betroffener, forderte sowohl faire finanzielle Entschädigungen als auch einen Ausbau der psychologischen Hilfsangebote.

Das Erzbistum sicherte weitere Unterstützung zu, darunter Therapien und finanzielle Leistungen. Die QR-Codes an den Gräbern ermöglichen nun den öffentlichen Zugang zu Informationen über belastete Kleriker. In den anstehenden Treffen sollen die Forderungen der Opfer nach Gerechtigkeit und Heilung im Mittelpunkt stehen.

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