Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie in Belarus
Klemens GorlitzSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren mutigen Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Oppositionsfigur Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für die Demokratie ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand im Krönungssaal von Aachen statt, wo ihr "außergewöhnlicher Mut" im Widerstand gegen das Regime von Alexander Lukaschenko gewürdigt wurde. Kolesnikowa, die einst zu elf Jahren Haft verurteilt worden war, kam im Dezember 2025 nach fünf Jahren hinter Gittern frei.
Kolesnikowa war 2020 wegen ihrer Rolle bei den Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos inhaftiert worden. Die ausgebildete Musikerin und Kulturmanagerin hatte sich trotz des Urteils geweigert, das Land zu verlassen, und war so zu einer Symbolfigur des Widerstands geworden. Ihre Freilassung erfolgte im Rahmen einer größeren Amnestie für 123 politische Gefangene, doch die Repression in Belarus hält weiterhin an.
Seit ihrer Entlassung wurde Kolesnikowa in Deutschland politisches Asyl gewährt. Unterdessen festigt Lukaschenkos Regierung weiterhin ihre Macht, unterdrückt oppositionelle Stimmen und pflegt gleichzeitig diplomatische Beziehungen zum Westen – darunter die Lockerung von US-Sanktionen und eine Einladung zum Friedensrat im Januar 2026. Gleichzeitig hat das Regime die Beziehungen zu China und dem von den Taliban geführten Afghanistan ausgebaut, während die UN weiterhin Menschenrechtsverletzungen dokumentiert: Zwangsexile, digitale Isolation und ausbleibende politische Reformen.
Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben. Zu den früheren Preisträgern zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Der diesjährige Hauptpreisträger, der ehemalige EZB-Präsident und italienische Ministerpräsident Mario Draghi, war bereits separat bekannt gegeben worden, während Kolesnikowas Auszeichnung von 2022 nun im Rahmen der diesjährigen Feierlichkeiten offiziell überreicht wurde.
Die Verleihung an Kolesnikowa unterstreicht ihre zentrale Rolle in der belarussischen Demokratiebewegung, doch die politische Lage im Land bleibt unverändert. Ihr Asyl in Deutschland folgt auf Jahre der Haft und eine anhaltende Welle der Unterdrückung durch die Regierung, die trotz internationaler Kritik anhält. Der Preis würdigt ihren Widerstandsgeist – während Lukaschenkos Regime weiterhin die Opposition zum Schweigen bringt und seine globalen Allianzen ausbaut.