12 March 2026, 14:01

Kunstakademie Düsseldorf: Rektorin Fioretti unter Rücktrittsdruck wegen Antisemitismus-Vorwürfen

Ein Plakat mit einem bunten Kreuz in der Mitte, umgeben von pink, blau, gelb und grünen Farbtönen, mit der Aufschrift "Cancel Culture August Meriwether 2020".

Kunstakademie Düsseldorf: Rektorin Fioretti unter Rücktrittsdruck wegen Antisemitismus-Vorwürfen

Donatella Fioretti, Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf, gerät zunehmend unter Druck, von ihrem Amt zurückzutreten. Eine auf Change.org gestartete Petition, die bereits über 700 Unterschriften sammeln konnte, wirft ihr vor, Studenten nicht ausreichend vor Antisemitismus geschützt zu haben. Im Mittelpunkt der Kontroverse steht eine jüngst veranstaltete Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif.

Der Streit begann im Januar, als die Akademie al-Sharif einlud, deren Äußerungen bereits als antisemitisch kritisiert worden waren. Aus Sicherheitsgründen wurde die Veranstaltung auf ein geschlossenes Publikum beschränkt. Die Einladung entfachte Debatten, die an die Diskussionen während der documenta Fifteen im Jahr 2024 erinnern, als antisemitische Inhalte zu Absagen führten, oder an die Proteste gegen pro-palästinensische Ausstellungen im Berliner Hamburger Bahnhof.

Fioretti lehnt einen Rücktritt ab und betont, dass die akademische und künstlerische Freiheit gewahrt werden müsse. Sie vergleicht die aktuelle Situation mit früheren Kontroversen, etwa um die Berlinale oder den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Ihrer Ansicht nach habe die rasante Verbreitung digitaler Kommunikation die Debatte weiter angeheizt.

Die von Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller, Oded Horowitz und Wolfgang Rolshoven initiierte Petition wirft Fioretti vor, sich nicht deutlich genug von antisemitischen Positionen distanziert zu haben. Zudem werde sie beschuldigt, keine sichere Umgebung für alle Studierenden geschaffen zu haben. Als Reaktion darauf hat die Akademie ein neues Beratungssystem eingeführt, um Diskriminierung – darunter Antisemitismus und antipalästinensischen Rassismus – zu bekämpfen.

Innerhalb weniger Tage sammelte die Petition über 700 Unterschriften und spiegelt damit die tiefen Gräben zwischen Meinungsfreiheit und institutioneller Verantwortung wider. Fioretti bleibt vorerst im Amt, während die Akademie weiterhin wegen ihres Umgangs mit der Kontroverse unter Beobachtung steht. Der Ausgang des Streits könnte die weiteren Debatten über künstlerische Freiheit und Diskriminierung in deutschen Kultureinrichtungen prägen.

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