12 March 2026, 08:01

Düsseldorf setzt trotz Proteste auf Zürcher Drogenmodell in Oberbilk

Ein Plakat mit einem detaillierten Stadtplan von Spruidel, Deutschland, und begleitendem Text.

Düsseldorf setzt trotz Proteste auf Zürcher Drogenmodell in Oberbilk

Düsseldorf treibt die Pläne für ein neues Drogenhilfezentrum in Oberbilk voran, das sich am umstrittenen, aber erfolgreichen Zürcher Modell orientiert. Die Stadt hat im diesjährigen Haushalt 3,3 Millionen Euro für das Projekt eingeplant, mit dem der öffentliche Drogenkonsum in der Nähe des Hauptbahnhofs reduziert werden soll. Trotz Widerstand aus der Nachbarschaft setzen die Verantwortlichen die Pläne konsequent um.

Das geplante Zentrum folgt dem "Zürcher Modell", das den kontrollierten Konsum und die Abgabe von Drogen vor Ort erlaubt, um Betroffene von der Straße wegzulenken. Zu den Angeboten gehören Sozialberatung, medizinische Versorgung und psychiatrische Betreuung. Die Einrichtung wird schrittweise eröffnet – beginnend in diesem Sommer – und nach einem modularen System aufgebaut.

Die Stadt hat bereits Gespräche mit einem geschulten Sicherheitsdienst aufgenommen, der das Gelände überwachen soll. Die Behörden argumentieren, dass das Zentrum die Sicherheit im öffentlichen Raum verbessern werde, indem es eine engmaschigere Betreuung und Unterstützung für Suchtkranke bietet. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am Donnerstagabend sollen die Bedenken der Anwohner thematisiert werden. Vertreter aus der Sozialberatung und der Straßenarbeit werden vor Ort sein, um die Pläne zu erläutern.

Die "Bürgerinitiative Eisenstraße" hat jedoch bereits über 2.200 Unterschriften gegen das Projekt gesammelt. Gegner kritisieren, dass der kontrollierte Konsumraum gegen geltendes Recht verstoße und fordern stattdessen eine strengere Polizeipraxis. Die Stadt hält an ihren Plänen fest und verweist auf die Erfolge Zürichs, wo der öffentliche Drogenkonsum durch solche kontrollierten Zonen zurückgedrängt werden konnte.

Das Zürcher Modell, betrieben vom Drogeninformationszentrum (DIZ), umfasst niedrigschwellige Beratungsangebote, Drug-Checking und ausgewiesene Konsumbereiche. Zwar konnte der Drogenkonsum im öffentlichen Raum reduziert werden, doch bleiben Herausforderungen – etwa die faktische Duldung von geringfügigem Handel in den Zonen durch die Polizei, trotz offizieller Vorgaben. Deutsche Polizeiführungskräfte hatten das System bereits vor Ort in Zürich studiert.

Das neue Düsseldorfer Zentrum wird schrittweise in Betrieb genommen, wobei die ersten Angebote noch in diesem Sommer starten sollen. Die Stadtverantwortlichen betonen, dass das Projekt die Umgebung des Hauptbahnhofs sicherer machen werde, indem der Drogenkonsum in einen kontrollierten Rahmen verlagert wird. Die Debatte dauert an, doch Haushaltsmittel und Sicherheitsvorkehrungen deuten darauf hin, dass die Umsetzung wie geplant verläuft.

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