13 March 2026, 04:01

Dortmunds Polizei geht mit neuer Einheit gegen Rechtsextremismus vor

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus" vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast im Hintergrund, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Dortmunds Polizei geht mit neuer Einheit gegen Rechtsextremismus vor

Dortmunder Polizei verstärkt Maßnahmen gegen Rechtsextremismus nach starkem Anstieg der Straftaten

Nach einem deutlichen Anstieg rechtsextremer Delikte hat die Dortmunder Polizei ihre Bemühungen zur Bekämpfung des Rechtsextremismus intensiviert. Im Jahr 2024 registrierten die Behörden 295 politisch motivierte Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund – fast doppelt so viele wie im Vorjahr. Viele der Beteiligten waren zuvor nicht durch extremistisches Verhalten aufgefallen, was Sorgen über eine zunehmende Radikalisierung in der Stadt schürt.

Ein Wendepunkt war der April 2024, als die rechtsextreme Gruppe Die Heimat in Dortmund ihren Jugendverband Junge Nationalisten gründete. Die Polizei reagierte mit der Einrichtung eines gleichnamigen Projekts, das gezielt die Rekrutierung überwachen und bekämpfen sollte. Die Ermittlungen förderten bald 77 neue Personen zutage, die mit der Dortmunder Rechtsextremismus-Szene in Verbindung standen – darunter 67 Jugendliche, Minderjährige oder Kinder.

Statt abzuwarten, bis Straftaten begangen werden, gehen die Beamten nun frühzeitig gegen Personen vor, die Kontakt zu extremistischen Netzwerken haben. Sobald Hinweise darauf vorliegen, dass jemand an einer rechtsextremen Veranstaltung teilgenommen hat, versuchen die Ermittler, die Person ausfindig zu machen und – falls es sich um Minderjährige handelt – die Erziehungsberechtigten zu informieren. Die meisten Straftaten betrafen bisher Propaganda und Hassrede.

Bis September 2025 hatte sich das Junge-Nationalisten-Projekt zu einer dauerhaften Sonderermittlungseinheit entwickelt. Der Ansatz kombiniert Prävention – etwa durch Hilfsangebote – mit repressiven Maßnahmen, um zu verhindern, dass junge Menschen tiefer in die extremistische Szene abrutschen.

Die Ausweitung der Sonderermittlungseinheit unterstreicht das Ausmaß der Herausforderung in Dortmund. Da der Großteil der rechtsextremen Verdächtigen bisher keine extremistische Vorgeschichte aufweist, setzen die Behörden auf frühzeitige Interventionen. Das Ziel bleibt klar: Rekrutierungsversuche unterbinden und den Einfluss rechtsextremer Strukturen in der Stadt zurückdrängen.

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