Willich streitet über höhere Kindergartengebühren und Geschwisterrabatte
Luitgard RitterWillich streitet über höhere Kindergartengebühren und Geschwisterrabatte
In Willich entbrennt eine hitzige Debatte über Kindergartengebühren, während die Stadt nach Wegen sucht, die Kosten zu senken. Eltern reagieren verärgert auf Vorschläge, die Rabatte für Geschwisterkinder kürzen und die Beiträge erhöhen könnten. Die Frage spaltet die Verantwortlichen: Einige drängen auf Einsparungen, andere lehnen Änderungen ab, die Familien zusätzlich belasten würden.
Die Diskussion begann, als Willich angesichts finanzieller Engpässe nach neuen Einnahmequellen und Ausgabenkürzungen suchte. Der Haupt- und Finanzausschuss beauftragte die Verwaltung, die Elternbeiträge zu überprüfen und bis zum 28. April Änderungsvorschläge vorzulegen. Einer der Pläne sieht vor, den Geschwisterrabatt für die Offene Ganztagsschule (OGS) von derzeit 100 Prozent auf 60 oder 70 Prozent zu reduzieren – und das auch nur für das erste Kind.
Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Stadt die Geschwisterermäßigungen nicht komplett streichen wolle. Vielmehr gehe es darum, die Beiträge für Familien mit mehreren Kindern anzupassen und Gebührenerhöhungen auf drei Prozent zu begrenzen. Ziel ist es, durch die Kürzung der Geschwisterbefreiungen 500.000 Euro einzusparen und weitere 100.000 Euro durch eine Deckelung der dynamischen Gebührenanpassungen zu erwirtschaften.
Die SPD-Fraktion widerspricht den Plänen und schlägt vor, bis 2026 durch den Verzicht auf nicht zwingend notwendige Ausgaben 115.000 Euro einzusparen. Sie argumentiert, dass Eltern und Kinder nicht die Hauptlast der Haushaltskürzungen tragen dürften. Gleichzeitig lehnt der Jugendhilfe-Elternbeirat (JAEB) jegliche Geschwistergebühren oder Erhöhungen ab und warnt, dass viele Familien bereits an ihre Grenzen stoßen.
In Nachbarstädten wie Nettetal und Kempen zahlen Eltern für jedes weitere Kind bereits 50 Prozent des regulären Beitrags – und das für alle Betreuungsangebote. In Willich hingegen kommt die Debatte nicht voran, was bei vielen auf Unverständnis stößt.
Nun muss die Stadt einen Ausgleich finden zwischen den Haushaltsanforderungen und den Sorgen der Eltern, die auf bezahlbare Kinderbetreuung angewiesen sind. Jede endgültige Entscheidung wird Hunderte Familien betreffen und könnte ein Präzedenzfall für künftige Gebührenmodelle sein. Die Vorschläge der Verwaltung werden bis Ende April erwartet – beide Seiten warten gespannt auf das Ergebnis.






