Watzkes riskanter Machtwechsel: Vom BVB-Chef zum umstrittenen Präsidentenkandidaten
Ibrahim KargeWatzke vor der Wahl: "Dinge, die mich belastet haben" - Watzkes riskanter Machtwechsel: Vom BVB-Chef zum umstrittenen Präsidentenkandidaten
Hans-Joachim Watzke kandidiert für das Amt des Präsidenten von Borussia Dortmund – nach zwei Jahrzehnten als Vorstandschef des Vereins. Seine Bewerbung fällt in eine turbulente Phase, geprägt von internen Konflikten und wachsender Kritik der Fans an dem umstrittenen Sponsoringvertrag mit dem Rüstungskonzern Rheinmetall.
Die Wahl steht an, während Watzke für sein Krisenmanagement in jüngsten Kontroversen in der Kritik steht, darunter die Partnerschaft mit Rheinmetall sowie frühere Missbrauchsvorwürfe innerhalb des Vereins.
Watzkes Präsidentschaftskandidatur war zunächst durch Reinhold Lunow herausgefordert worden, der sich jedoch im August aus dem Rennen zurückzog. Seither haben die beiden Gespräche geführt, um ihr Verhältnis zu kitten. Watzke bezeichnet die Führung des Vereins als lebenslangen Traum, doch die vergangenen sechs Monate waren aufgrund des Machtkampfs schwierig.
Der Rheinmetall-Deal, der unter Watzkes Führung abgeschlossen wurde, ist zu einem zentralen Streitpunkt geworden. Zwar hatte der Vereinsvorstand die Partnerschaft einstimmig gebilligt, doch der öffentliche Widerstand nahm seit 2024 zu. Fangruppen wie "BVB-Fans gegen Waffenexporte" organisierten Proteste mit Transparenten und Sprechchören bei Spielen. Über 5.000 Mitglieder unterzeichneten 2024 eine Petition für die Aufkündigung des Vertrags, und Fanclubs beantragten für 2025 eine außerordentliche Mitgliederversammlung, um eine Abstimmung zu erzwingen – der Antrag wurde jedoch abgelehnt.
Auf der Mitgliederversammlung 2024 stimmten die Anwesenden gegen eine Verlängerung des Rheinmetall-Vertrags, der 2026 ausläuft. Watzke kündigte an, die Angelegenheit auf der nächsten Hauptversammlung erneut aufzugreifen. Einige Funktionäre, die den Deal zunächst unterstützten, distanzieren sich inzwischen davon.
Zudem gerät Watzke wegen seiner Reaktion auf Missbrauchsvorwürfe gegen einen ehemaligen BVB-Mitarbeiter in den 1990er-Jahren unter Druck. Er wies die Kritik zurück, doch das Thema belastet seinen Wahlkampf zusätzlich.
Der Rheinmetall-Vertrag bleibt bis 2026 in Kraft; Watzke plant, ihn auf der nächsten Mitgliederversammlung zu thematisieren. Seine Kandidatur verläuft nun ohne Gegenkandidaten, doch die Debatten um das Sponsoring und frühere Vereinsaffären prägen weiterhin die Diskussionen.
Fanproteste und Mitgliederpetitionen zeigen, dass die Spannungen bestehen bleiben – die Auseinandersetzungen werden auch in die kommende Saison hineinreichen.






