SPD-Politiker Maelzer warnt vor "Zwei-Klassen-System" in NRW-Kitas durch chronische Unterfinanzierung
Ibrahim KargeSPD-Politiker Maelzer warnt vor "Zwei-Klassen-System" in NRW-Kitas durch chronische Unterfinanzierung
Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der SPD, hat die Förderung der Frühkindlichen Bildung in Nordrhein-Westfalen scharf kritisiert. In einem Interview mit dem WDR und einer Pressekonferenz am 22. Oktober 2025 bezeichnete er das aktuelle System als chronisch unterfinanziert. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das Land 10 Milliarden Euro aus einem Bundesinfrastrukturfonds erhält – die Hälfte davon ist für Bildungsprojekte vorgesehen.
Maelzer verwies insbesondere auf die Kibiz-Reform als zentrales Problem und warnte vor der Entstehung eines "Zwei-Klassen-Systems" in der Kinderbetreuung. Er kritisierte, dass die Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern seit fünf Jahren nicht angepasst wurden. Eine sofortige Erhöhung sei dringend nötig, um den Personalmangel zu bekämpfen.
Darüber hinaus schlug er vor, staatliche Zuschüsse, die bisher für die Verlängerung der Öffnungszeiten von Kitas verwendet werden, umzuschichten. Stattdessen sollten diese Mittel in Ausbildung und Personalgewinnung fließen. Ein großer Schwerpunkt seiner Forderungen liegt auf einer Offensive, um Fachkräfte für die Frühkindliche Bildung zu gewinnen.
Die 10 Milliarden Euro aus dem Bundesfonds für NRW umfassen 5 Milliarden für Schulen, Kitas und Ganztagsangebote. Maelzer erinnerte an die inzwischen eingestellte Initiative "Gute Schule 2020", die zuvor jährlich 500 Millionen Euro für Schulsanierungen bereitgestellt hatte. Seine Aussagen werden in der WDR-Landesmagazinsendung Westblick am selben Tag um 17:04 Uhr ausgestrahlt.
Der SPD-Politiker fordert vor allem dringende Investitionen in die Ausbildung und höhere Löhne für Erzieherinnen und Erzieher. Angesichts der nun verfügbaren 5 Milliarden Euro für den Bildungsbereich in NRW zielen seine Vorschläge darauf ab, eine Spaltung in der Qualität der Kinderbetreuung zu verhindern. Wie das Land die Mittel konkret auf Schulen und Kitas verteilt, wird in den kommenden Schritten entschieden.






