Solingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat
Ibrahim KargeSolingen plant drastische Kita-Gebührenerhöhung – bis zu 400 Euro pro Monat
Solingens Oberbürgermeister plant deutliche Erhöhung der Kita-Gebühren
Solingens Oberbürgermeister Tim Kurzbach hat eine drastische Anhebung der Betreuungsgebühren für Kindertageseinrichtungen vorgeschlagen. Dem Plan zufolge könnten Familien künftig mehr als 400 Euro pro Kind und Monat zahlen. Lokale Wirtschaftsführer kritisieren den Vorstoß scharf.
Die Verwaltung von Kurzbach, der einer rot-grünen Koalition vorsteht, will die Kita-Kosten als Teil der kommunalen Haushaltspolitik erhöhen. Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des Mittelstandsverbands, warnt, die Erhöhung könnte Familien dazu bewegen, Solingen zu verlassen. In benachbarten Kommunen seien die Gebühren bereits niedriger oder würden ganz erlassen.
Der Mittelstandsverband, der kleine und mittlere Unternehmen vertritt, lehnt die Pläne entschieden ab. Sein stellvertretender Vorsitzender, Marc Westkämper, bezeichnet die Maßnahme als „sozial ungerecht und frauenfeindlich“. Sie könnte Frauen davon abhalten, nach der Geburt eines Kindes wieder in den Beruf einzusteigen, so Westkämper.
Sowohl Steingruber als auch Westkämper werfen dem Oberbürgermeister vor, statt die Gebühren zu erhöhen, lieber Verwaltungsstellen abzubauen. Die Erhöhung schwäche die Wirtschaftskraft und die soziale Entwicklung Solingens, befürchten sie.
Die geplante Gebührenerhöhung stößt bei lokalen Wirtschaftvertretern auf breiten Widerstand. Sie fürchten, dass Familien abwandern und die Entwicklung der Stadt darunter leiden wird. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, ob die Politik Eltern – insbesondere Mütter – aus dem Erwerbsleben drängen wird.
