14 April 2026, 00:08

Solingen ehrt Max Leven: Neues Zentrum für Erinnerung und politische Bildung eröffnet

Große hölzerne Tür vor einem steinernen Gebäude mit einem Glasfenster darüber, mit Inschrift auf der Wand, die wahrscheinlich Holocaust-Opfer gedenkt.

Solingen ehrt Max Leven: Neues Zentrum für Erinnerung und politische Bildung eröffnet

Das Max-Leven-Zentrum hat am Dienstag offiziell seine Türen geöffnet – ein neuer Ort der Erinnerung und politischen Bildung in Solingen. Das jahrelang vorbereitete Projekt ehrt das Vermächtnis von Max Leven, einem jüdischen Kommunisten und Kulturkritiker, der 1938 von den Nationalsozialisten ermordet wurde.

Die Idee für das Zentrum entstand 2019 auf Initiative einer breiten zivilgesellschaftlichen Bewegung. Unter der Federführung des Stadtarchivs Solingen nahm das Vorhaben Gestalt an, unterstützt von Einrichtungen wie der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen und der Stadtsparkasse Solingen.

Noch vor der Eröffnung empfing Oberbürgermeister Tim Kurzbach die Nachkommen Levens im Rathaus. Sie trugen sich ins Goldene Buch der Stadt Solingen ein – eine Würdigung der Familiengeschichte. Zur feierlichen Eröffnung selbst kamen Gäste aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und Kultur.

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Max Leven wurde 1882 in Diedenhofen (heute Thionville) geboren und zog 1916 nach Solingen. Dort setzte er sich leidenschaftlich für soziale Gerechtigkeit und politische Aufklärung ein. Sein Leben endete brutal während der Novemberpogrome 1938: Am 10. November ermordeten Nationalsozialisten ihn in seiner Wohnung. Seine Familie wurde später im Holocaust ermordet.

Die Dauerausstellung des Zentrums beleuchtet Levens Leben und Wirken sowie Persönlichkeiten wie Änne Wagner, die in den 1920er-Jahren als Journalistin bei der "Bergischen Arbeiterstimme" arbeitete. Zudem thematisiert sie lokale Verfolgung und Widerstand während der NS-Zeit und zeigt, wie der Nationalsozialismus das Leben in Solingen prägte.

Erstmals für die Öffentlichkeit zugänglich ist das Max-Leven-Zentrum am Sonntag, 2. November, von 11:00 bis 17:00 Uhr. Das Zentrum versteht sich als Ort der Bildung, des Dialogs und der Reflexion. Mit seinen Ausstellungen und Programmen wird es Levens Geschichte – und die vieler weiterer NS-Opfer – für kommende Generationen wachhalten. Die Eröffnung markiert den Beginn seiner Mission: Verständnis und Erinnerung zu fördern.

Quelle