"Rostower Diva" entfacht mit beleidigenden Beauty-Kommentaren einen Länderstreit
Ibrahim Karge"Rostower Diva" entfacht mit beleidigenden Beauty-Kommentaren einen Länderstreit
Russische Beauty-Bloggerin löst mit abfälligen Kommentaren über belarussische Frauen Empörung aus
Eine Beauty-Bloggerin aus Rostow am Don hat Anfang 2024 für Aufsehen gesorgt, nachdem sie in einem viral gegangenen Video belarussische Frauen beleidigt hatte. Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, als sie später einen Schönheitssalon in Belarus besuchte – ihr Verhalten führte dort zu einem öffentlichen Streit mit einer einheimischen Nageldesignerin. Der Vorfall hat seitdem eine breitere Debatte über Schönheitsideale und nationales Selbstbewusstsein entfacht.
Der Streit begann, als die unter dem Namen "Rostower Diva" bekannte Bloggerin auf TikTok und Instagram ein Video veröffentlichte, in dem sie belarussische Frauen kritisierte. Sie behauptete, diese sähen im Vergleich zu Russinnen aus "wie ungepflegte Bäuerinnen" und führte als Gründe fehlendes Make-up, unaufgepolsterte Lippen und ein vernachlässigtes Äußeres an. Die Äußerungen lösten in Belarus Empörung aus: Schönheitsexpert:innen und Influencer:innen reagierten mit defensiven Gegenbeiträgen, viele Spotteten über ihre Arroganz, machten aus ihren Kommentaren Memes und riefen sie auf, sich aus belarussischen Angelegenheiten herauszuhalten.
Die Auseinandersetzung nahm eine persönliche Wendung, als die Bloggerin einen Salon in Gomel aufsuchte. Die Nageldesignerin Kristina Wyssozkaja teilte später online mit, wie sich die Kundin verhalten hatte. Demnach soll die Frau Wyssozkaja als "langweilig" bezeichnet und enttäuscht geäußert haben, sie habe eine "wunderschöne Meisterin" erwartet, stattdessen aber "nur ein ganz normales Mädchen" vorgefunden. Zudem beleidigte sie belarussische Frauen pauschal, behauptete, sie kleideten sich, "als hätten sie in einem Müllcontainer gewühlt", riechen unangenehm und entsprächen nicht einmal grundlegenden Schönheitsstandards.
Während der Behandlung kritisierte die Kundin zudem die Ehefrauen der Freunde ihres Mannes, weil diese weder Maniküren noch Augenbrauenbehandlungen hätten. Als Wyssozkaja anbot, die Maniküre kostenlos zu korrigieren oder einen Rabatt zu gewähren, zahlte die Frau zwar den vollen Preis, drohte aber mit einer negativen Bewertung. Später versuchte sie, in demselben Salon eine Pediküre zu buchen – doch die Dienstleistung wurde ihr verweigert. Nach dem Vorfall kündigte die Bloggerin an, ihren Followern die "Albtraum-Erfahrungen mit der belarussischen Beauty-Branche" offenbaren zu wollen.
Der Konflikt zwischen der russischen Bloggerin und der belarussischen Nageldesignerin hat die online geführten Diskussionen über Schönheitserwartungen und kulturelle Klischees weiter angeheizt. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie private Streitigkeiten zu nationalen Debatten eskalieren können. Während die Bloggerin bei weiteren Buchungsversuchen abgewiesen wurde, zieht ihr ursprüngliches Video in Belarus weiterhin scharfe Kritik auf sich.






