03 April 2026, 20:02

Recklinghausen gedenkt 25.000 deportierter Jüdinnen und Juden aus der NS-Zeit

Kleines weißes Holocaust-Gedenkmonument in einem grasbewachsenen Friedhof umgeben von einem Zaun und Bäumen unter einem klaren blauen Himmel in Vilnius, Litauen.

Recklinghausen gedenkt 25.000 deportierter Jüdinnen und Juden aus der NS-Zeit

Gedenkveranstaltung des Deutschen Riga-Komitees: Erinnerung an über 25.000 deportierte Jüdinnen und Juden

Am 2. November hielt das Deutsche Riga-Komitee seine jährliche Gedenkfeier ab, um der mehr als 25.000 Jüdinnen und Juden zu gedenken, die während der NS-Zeit nach Riga deportiert wurden. In diesem Jahr fand die Veranstaltung auf dem Jüdischen Friedhof in Recklinghausen statt und wurde von lokalen Amtsträgern sowie Angehörigen der Opfer besucht. Unter ihnen war auch der neu gewählte Bürgermeister von Marl, Thomas Terhorst, der in seiner Rede die anhaltende Verpflichtung der Stadt zur Erinnerungskultur betonte.

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Die Zeremonie erinnerte an das Schicksal von rund 3.000 jüdischen Männern, Frauen und Kindern aus dem Raum Recklinghausen, die gewaltsam nach Riga verschleppt und von den Nationalsozialisten ermordet wurden. Terhorst würdigte ihr Andenken und unterstrich die Verantwortung, ihre Geschichten zu bewahren und sich der Vergangenheit zu stellen.

Auch Bodo Klimpel, Landrat des Kreises Recklinghausen, und Mark Rosendahl, Bezirksleiter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), sprachen zu den Anwesenden. Die Gedenkveranstaltung findet seit ihrer Einführung jährlich am ersten Sonntag im November statt. In diesem Jahr nahm auch der Sohn von Rolf Abrahamsohn teil – ein Nachkomme einer Marler Familie, deren Angehörige vor Jahrzehnten deportiert wurden.

Die Stadt Marl ist seit 2010 Mitglied im Deutschen Riga-Komitee. In dieser Zeit hatte keine andere Kommune oder Stadt in Nordrhein-Westfalen eine offizielle Mitgliedschaft in dem Gremium inne.

Die Veranstaltung dient als Mahnmal für die Gräueltaten, die an jüdischen Gemeinden in der Region verübt wurden. Durch das wache Gedenken an die Opfer stellen die Organisatoren und Teilnehmer sicher, dass ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten. Gleichzeitig unterstreicht die Feier die Bedeutung einer fortwährenden Aufklärung und Auseinandersetzung mit diesem dunklen Kapitel der Geschichte.

Quelle