04 April 2026, 12:02

Psychologe Mansour warnt vor Empörungskultur und stiller Mehrheit in der Kommunalpolitik

Mauer mit Graffiti, das "Freiheit und Demokratie" in fetten schwarzen Buchstaben liest, ein Geländer unten und ein Gebäude mit Fenstern im Hintergrund.

Psychologe Mansour warnt vor Empörungskultur und stiller Mehrheit in der Kommunalpolitik

Der Psychologe und Extremismusforscher Ahmad Mansour hat die wachsende Tendenz zur Empörungskultur in der Gesellschaft kritisiert. Er wirft Kommunalpolitiken vor, sich zu oft von lauten Minderheiten beeinflussen zu lassen, statt sich auf praktische Lösungen zu konzentrieren. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der über symbolische Gesten diskutiert wird – etwa die Umbenennung von Spielplätzen oder das Hissen von Regenbogenflaggen an öffentlichen Gebäuden.

Mansour verwies auf einen aktuellen Fall in Köln, wo Pläne, Spielplätze in Spiel- und Aktionsflächen (Spiel- und Aktionsbereiche) umzubenennen, auf heftigen Widerstand stießen. Solche Vorhaben bezeichnete er als Ablenkung von den eigentlichen Problemen. Laut Mansour hat sich die Initiative nicht auf andere Städte ausgeweitet und scheint aufgrund der öffentlichen Ablehnung vorerst gescheitert zu sein.

Auch zur Praxis, Regenbogenflaggen an Rathäusern zu hissen, nahm er Stellung: Symbole allein ersetzten keine inhaltliche Politik. Stattdessen forderte er eine stärkere Debattenkultur, insbesondere auf kommunaler Ebene, wo unterschiedliche Meinungen ausgehalten werden sollten – statt sie zum Schweigen zu bringen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mansour berief sich auf Studien, denen zufolge 76 Prozent der Deutschen das Gefühl haben, ihre Meinung nicht mehr frei äußern zu können, aus Angst vor Stigmatisierung. Er warnte davor, dass in einem Klima der sofortigen politischen Deutung jede Äußerung zum Zündstoff werden könne. Sein Hauptanliegen sei jedoch nicht die Verwendung falscher Worte, sondern das Schweigen der Mehrheit, die sich aus Angst nicht mehr traue, Stellung zu beziehen.

Als Gegenmittel rief er Kommunalpolitiker dazu auf, Brückenbauer zu sein: Sie sollten klar Position beziehen, ohne sich von jeder Bewegung vereinnahmen zu lassen. Vertrauen in die Demokratie zu stärken, erfordere Mut zu Fakten statt zu reflexartigen Reaktionen.

Mansours Aussagen unterstreichen den Appell an eine ausgewogenere Kommunalpolitik. Er betont, dass Städte und Gemeinden Problemlösungen Vorrang vor symbolischen Gesten einräumen müssten. Sein Plädoyer zielt darauf ab, offene Debatten zu fördern – ohne dass laute Minderheiten den öffentlichen Diskurs dominieren.

Quelle