Mehrwertsteuererhöhung trifft Gastronomie: Preise könnten um 12 Prozent steigen
Luitgard RitterMehrwertsteuererhöhung trifft Gastronomie: Preise könnten um 12 Prozent steigen
Die deutsche Regierungskoalition hat einen Vorschlag abgelehnt, den ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Restaurantmahlzeiten beizubehalten. Damit steigt der Steuersatz ab dem 1. Januar 2024 wieder an. Wirtschaftsvertreter warnen vor schweren Folgen für die Gastronomiebranche.
Im Juni 2020 hatte die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Die aktuelle Ampelkoalition hat nun Versuche blockiert, diese Senkung dauerhaft zu verankern.
Gerlinde Steingruber, Vorsitzende des MIT-Wirtschaftsverbands in Solingen, kritisierte die Entscheidung scharf. Sie argumentierte, die Steuererhöhung werde Unternehmen zerstören und der Gesellschaft insgesamt schaden. Die Beschlüsse der Regierungsparteien träfen sowohl Gastronomen als auch Gäste.
Die Preise für Restaurantessen sind bereits seit Januar 2020 um 20 Prozent gestiegen. Durch die Mehrwertsteuererhöhung könnten sie im kommenden Jahr um weitere 12 Prozent klettern. Steingruber warnte zudem vor weiteren Schließungen in der Branche, höheren Kosten für Gäste und einem zusätzlichen Inflationsschub.
Die Ablehnung des Gesetzesentwurfs bedeutet, dass der Mehrwertsteuersatz für Restaurantmahlzeiten wieder auf 19 Prozent steigt. Dies könnte zu stärkeren Preisanstiegen und einer größeren finanziellen Belastung für die Branche führen. Steingruber befürchtet, dass Deutschlands wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und Lebensqualität weiter sinken werden.
