19 March 2026, 18:01

Junge Generation verliert dramatisch Vertrauen in die deutsche Demokratie

Plakat aus der deutschen Revolution von 1910, das eine Gruppe von Menschen und eine Krone mit Text zeigt.

Zufriedenheit mit Demokratie in NRW bei Jugendlichen sinkt - Junge Generation verliert dramatisch Vertrauen in die deutsche Demokratie

Demokratie in Deutschland bleibt stark – doch die Herausforderungen wachsen, besonders bei jüngeren Generationen

Eine neue Studie der Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen zeigt alarmierende Rückgänge in der Zufriedenheit mit der Demokratie. Vor allem junge Menschen verlieren schneller das Vertrauen als ältere Bevölkerungsgruppen.

Der aktuelle Demokratiebericht offenbart besorgniserregende Trends in Nordrhein-Westfalen: Bei den 14- bis 18-Jährigen ist die Zufriedenheit mit der Demokratie von 77 Prozent im Jahr 2023 auf nur noch 47 Prozent im Jahr 2025 eingebrochen. Auch bei den 19- bis 29-Jährigen gab es einen deutlichen Rückgang um 14 Prozentpunkte – nur noch 51 Prozent sind mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden.

Ältere Generationen zeigen zwar noch immer eine stabilere Unterstützung, doch selbst bei den 30- bis 44-Jährigen sank die Zufriedenheit um acht Punkte auf nunmehr 43 Prozent. Das Vertrauen in zentrale Institutionen – Politik, Wissenschaft, Strafverfolgungsbehörden und Entscheidungsträger – schwindet ebenfalls, wobei die jüngeren Altersgruppen diese Entwicklung besonders prägen.

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Besorgniserregend sind auch die erfassten Einstellungen: Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft brauche "eine starke Partei, die den Willen des Volkes verkörpert". 15 Prozent gehen noch weiter und behaupten, "unter bestimmten Umständen sei eine Diktatur die bessere Regierungsform".

Experten verweisen auf eine wachsende Kluft zwischen demokratischen Idealen und ihrer praktischen Umsetzung. Zwar bleibt die grundsätzliche Zustimmung zur Demokratie als System höher, doch die Enttäuschung über ihre konkrete Ausgestaltung nimmt besonders bei jungen Menschen zu. Andreas Blätte von der NRW School of Governance warnt vor "mittelfristigen Risiken" durch gesellschaftliche Spannungen.

Trotz dieser Warnsignale wurden seit 2023 keine neuen Maßnahmen zur Steigerung der Jugendbeteiligung oder -zufriedenheit ergriffen. Weder die Landeszentrale für politische Bildung noch andere Institutionen haben gezielte Initiativen zur Gegensteuerung eingeführt.

Die Ergebnisse zeigen: Die Demokratie in Deutschland ist widerstandsfähig, steht aber unter Druck. Die jüngeren Generationen sind am unzufriedensten, mit drastischen Vertrauensverlusten und einer wachsenden Offenheit für autoritäre Alternativen. Ohne gezielte Gegenmaßnahmen könnte sich die Lücke zwischen demokratischen Idealen und öffentlichem Vertrauen weiter vergrößern.

Quelle