Jugendkriminalität in NRW erreicht alarmierenden Höchststand – Studie zeigt dramatische Entwicklung
Ibrahim KargeJugendkriminalität in NRW erreicht alarmierenden Höchststand – Studie zeigt dramatische Entwicklung
Jugendkriminalität in Nordrhein-Westfalen hat sich in den vergangenen zehn Jahren dramatisch verschärft – das zeigt eine aktuelle Studie. Forscher befragten dafür über 3.800 Schülerinnen und Schüler an 27 Schulen und deckten dabei einen besorgniserregenden Anstieg gewalttätigen und respektlosen Verhaltens unter Jugendlichen auf.
Besonders auffällig ist demnach der deutliche Zuwachs an Straftaten durch Kinder zwischen 11 und 13 Jahren, vor allem mit Migrationshintergrund. Zwischen 2013 und 2024 stiegen die registrierten Delikte in dieser Altersgruppe stark an, wobei Mädchen unter 14 Jahren mit einem Anstieg der Straftaten um fast 150 Prozent besonders betroffen sind. Auch Angriffe auf Lehrkräfte, Polizisten und Rettungskräfte haben zugenommen.
Experten führen diese Entwicklung auf die Folgen der Pandemie sowie den Einfluss sozialer Medien zurück. Viele Schulen kämpfen inzwischen mit Disziplinproblemen, da Regelverstöße oft ohne Konsequenzen bleiben. Die Studie verweist zudem auf wachsende Gewaltbereitschaft, Hass und Respektlosigkeit unter Jugendlichen.
Trotz des landesweiten Anstiegs gibt es auch positive Entwicklungen: In Städten wie Gelsenkirchen, Marl und Herten ging die Jugendkriminalität insgesamt zurück. So verzeichnete Gelsenkirchen 25 Prozent weniger Diebstähle, in Marl sanken die Fälle von Körperverletzung um 18 Prozent. Diese Rückgänge übertreffen den moderaten Rückgang von 12 Prozent, der bis 2025 für ganz Nordrhein-Westfalen prognostiziert wird.
Die Ergebnisse der Studie haben Innenminister Herbert Reul dazu veranlasst, eine öffentliche Debatte über eine Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters zu fordern. Die Daten zeigen, dass dringend wirksamere Maßnahmen nötig sind, um der Jugendgewalt und ihren Ursachen in der Region entgegenzutreten.






