25 March 2026, 10:01

Historischer Cum-Ex-Prozess gegen Warburg-Banker in Siegburg eröffnet

Altes Buch mit dem Titel "Berichte über ausgew├Ąhlte F├Ąlle vor den Gerichten von Westminster-Hall sowie die Meinung von John Lord Fortescue" aufgeschlagen auf einer Seite mit schwarzer Tinte.

Historischer Cum-Ex-Prozess gegen Warburg-Banker in Siegburg eröffnet

In Siegburg hat ein großer Steuerhinterziehungsprozess begonnen, der sich gegen drei ehemalige Banker der Privatbank M.M. Warburg richtet. Den Angeklagten wird vorgeworfen, durch sogenannte Cum-Ex-Geschäfte deutsche Steuerzahler um rund 280 Millionen Euro gebracht zu haben. Die Verhandlung findet in einem eigens errichteten Gerichtssaal am Landgericht Bonn statt.

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Die Staatsanwaltschaft Köln hat Anklage gegen zwei ehemalige Mitarbeiter von M.M. Warburg sowie einen dritten Beschuldigten erhoben, dem Beihilfe zu dem System vorgeworfen wird. Den Ermittlungen zufolge nutzte die Gruppe Schlupflöcher im Steuerrecht, um sich Kapitalertragsteuern erstatten zu lassen, die nie gezahlt worden waren. Durch diese als Cum-Ex-Deals bekannten Transaktionen sollen massenhaft illegale Steuerrückerstattungen generiert worden sein.

Der Prozess ist auf mindestens 53 Verhandlungstage angesetzt, die voraussichtlich bis Mitte Dezember andauern werden. Justizkreise zufolge könnten in diesem Jahr noch bis zu sieben weitere Anklagen folgen, allerdings wurden bisher keine Details zu zusätzlichen Fällen oder deren Standort bekannt gegeben.

Bei einer Verurteilung drohen den Angeklagten harte Strafen für ihre mutmaßliche Beteiligung an dem Betrug. Das Urteil könnte zudem Auswirkungen auf laufende Ermittlungen zu ähnlichen Cum-Ex-Geschäften in ganz Deutschland haben. Ob in anderen Regionen weitere Anklagen erhoben werden, haben die Behörden bisher nicht bestätigt.

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