Grüne Senioren verteidigen umstrittenen Ohligs City Ring gegen lokale Proteste
Luitgard RitterGrüne Senioren verteidigen umstrittenen Ohligs City Ring gegen lokale Proteste
Die Grünen Senioren in Solingen haben sich gegen wachsende Kritik am geplanten Ohligs City Ring gestellt. Lokale Vereine wie die Ohligser Jongens, die ISG und die OWG fordern stattdessen, das Projekt zu stoppen und die Lennestraße komplett für Busse zu sperren. Die Seniorengruppe betont jedoch, dass der öffentliche Nahverkehr für ältere Bürger unverzichtbar bleibe – besonders für diejenigen, die auf barrierefreie Verbindungen ins Stadtzentrum angewiesen sind.
In den vergangenen fünf Jahren hat Solingen das Verkehrsnetz in Ohligs mehrfach umgestaltet. So wurden Buslinien angepasst: Die Linie O1 fährt seit 2023 zur Hauptverkehrszeit alle 15 Minuten. Die Linie SB25 wurde wegen Bauarbeiten an der Ohligser Straße bis 2025 vorübergehend umgeleitet. Zu den Infrastrukturmaßnahmen zählte auch die Sanierung der Kölner Straße zwischen 2022 und 2024 sowie der Ausbau von Radwegen entlang der Düssel. Für ältere Einwohner wurden zudem Mobilitätsangebote eingeführt, darunter der 2024 gestartete Senioren-Mobil-Kleinbus auf Abruf und E-Bike-Verleihstationen an Haltestellen.
Die Grünen Senioren lehnen Forderungen nach einer vollständigen Aufgabe des City Rings ab. Sie bezeichnen den aktuellen Verkehrsplan als fairen Kompromiss, der zwar den Busverkehr in der Lennestraße reduziere, aber wichtige Anbindungen ins Zentrum erhalte. Längere Fußwege zu Ausweichhaltestellen würden vor allem mobilitätseingeschränkte Menschen unzumutbar belasten, warnt die Gruppe.
Die Debatte als soziales Thema einordnend, betonen die Grünen Senioren, dass Verkehrswende und Generationengerechtigkeit Hand in Hand gehen müssten. Wer die Bedürfnisse älterer Bürger ignoriert, untergrabe den Anspruch auf ein inklusives, gut vernetztes Quartier, so ihre Argumentation.
Der Streit um den Ohligs City Ring bleibt damit ungelöst – die Grünen Senioren halten an ihrer Unterstützung für das Projekt fest. Ihr Standpunkt zeigt, wie schwierig es ist, Verkehrsberuhigung und barrierefreie Mobilität unter einen Hut zu bringen. Die Entscheidung wird maßgeblich prägen, wie ältere Ohligser in den kommenden Jahren durch die Stadt kommen.






