Gewalt und Pyrotechnik: Gladbach-Köln-Spiel eskaliert trotz Geisterspiel
Luitgard RitterGewalt und Pyrotechnik: Gladbach-Köln-Spiel eskaliert trotz Geisterspiel
Das Bundesliga-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln am 8. November 2020 fand aufgrund der COVID-19-Beschränkungen ohne Zuschauer statt. Trotz des leeren Borussia-Parks kam es außerhalb des Stadions zu Ausschreitungen, die zu Festnahmen, Strafanzeigen und Stadionverboten führten.
Anpfiff war um 18:30 Uhr, doch bereits vor dem Spiel gab es erste Zwischenfälle. Ein privat organisierter Fanbus sowie ein Shuttle für die Auswärtsfans wurden beschädigt. In der Nähe des Mönchengladbacher Fan-Hauses und auf der Humboldstraße wurden Pyrotechnik und Rauchbomben gezündet. Zudem wurden Kameras in einem Regionalzug mit Aufklebern verdeckt und unbrauchbar gemacht.
Während der Partie kam es trotz fehlender Zuschauer in beiden Fanblöcken wiederholt zum Einsatz von Pyrotechnik. Aufgrund des massiven Feuerwerksabbrennens musste das Spiel zeitweise unterbrochen werden. Außen wurde ein Polizist von einem Fan am Helm getroffen, in einem weiteren Vorfall leistete eine Person Widerstand gegen einen Beamten.
Nach dem Spiel meldeten die Behörden 15 Straftaten. Darunter waren eine Körperverletzung, eine sexuelle Belästigung, zwei Fälle von Widerstand gegen die Polizei, zwei tätliche Angriffe, zwei Diebstähle, fünf Sachbeschädigungen und zwei Beleidigungen. Vier Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz wurden registriert. Fünf Personen wurden vorläufig festgenommen, vier Stadionverbote wurden verhängt.
Die Polizei hatte im Vorfeld des Spiels präventive Maßnahmen ergriffen: Einlassverbote wurden durchgesetzt, Glasflaschen und Dosen waren verboten, und Alkohol durften die Zuschauer nicht ins Stadion mitnehmen. Mit einem starken Polizeiaufgebot wurde die Lage kontrolliert, die Abreise der Fans – sowohl der Heim- als auch der Auswärtsanhänger – verlief schließlich ohne weitere Zwischenfälle.
Der Spieltag endete mit mehreren Festnahmen und Strafanzeigen, obwohl keine Zuschauer im Stadion anwesend waren. Die Behörden bestätigten, dass die präventiven Maßnahmen halfen, die Situation zu bewältigen. Dennoch kam es vor, während und nach dem Spiel zu Ausschreitungen.






