Forscher entschlüsseln, wie westlicher Lebensstil chronische Entzündungen fördert
Klemens GorlitzForscher entschlüsseln, wie westlicher Lebensstil chronische Entzündungen fördert
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat die zweite Förderphase für den Sonderforschungsbereich (SFB) 1454 mit dem Titel „Metaflammation und zelluläre Programmierung“ bewilligt. Der an der Universität Bonn angesiedelte Verbund wird seine Arbeit von Januar 2025 bis Dezember 2028 fortsetzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Faktoren des westlichen Lebensstils zu chronischen Entzündungskrankheiten beitragen – etwa zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder dem metabolischen Syndrom.
Am SFB sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Einrichtungen beteiligt, darunter die Technische Universität Braunschweig, das Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung, das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ). Ihr Ziel ist es, die molekularen und zellulären Mechanismen hinter der Fehlprogrammierung von Immunzellen aufzudecken. Dabei verfolgen sie einen ganzheitlichen Ansatz, um die Zusammenhänge zwischen Stoffwechsel und Entzündung zu erforschen.
Aktuelle Erkenntnisse unterstreichen die Rolle der Aminosäure Aspartat bei Immunreaktionen. In entzündeten Makrophagen sinkt ihr Spiegel deutlich, was darauf hindeutet, dass sie entzündliche Prozesse regulieren könnte. In der zweiten Phase soll nun untersucht werden, warum Aspartat abnimmt und wie sich dies auf Funktionen wie die Produktion von Stickstoffmonoxid auswirkt.
Das Team der Technischen Universität Braunschweig hat bereits bedeutende Beiträge geleistet, darunter die Entdeckung von Mesaconat. Dieses neu identifizierte Molekül in Immunzellen zeigt entzündungshemmende Wirkungen. Zudem nutzen die Forscherinnen und Forscher Massenspektrometrie, um Metabolite zu analysieren – eine Methode, die neue Einblicke in die Verbindung von Stoffwechselvorgängen und Entzündungen ermöglicht.
Neben der wissenschaftlichen Arbeit will der SFB in der neuen Förderphase die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Durch Informationskampagnen und Aufklärungsinitiativen soll die gesellschaftliche Relevanz des Projekts stärker in den Fokus rücken.
Die verlängerte Förderung sichert die weitere Erforschung der Rolle von Metaflammation bei chronischen Erkrankungen. Neue Entdeckungen wie Mesaconat sowie fortschrittliche Techniken wie die metabolische Profilierung werden den Fortschritt vorantreiben. Die Arbeit des SFB zielt darauf ab, das Verständnis für das Verhalten von Immunzellen und deren gesundheitliche Auswirkungen zu vertiefen.
