31 March 2026, 16:01

EU-Kommission lockert Emissionshandel: Industrie erhält mehr Spielraum bis 2026

Eine Europakarte mit dem Logo der Europäischen Umweltbehörde in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um verschiedene EU-Regionen darzustellen.

EU-Kommission lockert Emissionshandel: Industrie erhält mehr Spielraum bis 2026

EU-Kommission stellt erste Reformvorschläge für den Emissionshandel vor

Die Europäische Kommission wird an diesem Mittwoch ihre ersten Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorlegen. Aktuelle politische Kursänderungen deuten auf eine kompromissbereitere Haltung gegenüber Forderungen der Industrie hin – insbesondere aus dem Chemiesektor. Zu den geplanten Anpassungen gehören Änderungen am Marktstabilitätsreservemechanismus (MSR) sowie längere Übergangszeiten für die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten.

Evonik-Chef Christian Kullmann hatte zuvor gefordert, das ETS entweder abzuschaffen oder grundlegend umzugestalten. Nun plädiert er in einem gemeinsamen Gastbeitrag mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese stattdessen für pragmatische Lösungen und ausgewogene Kompromisse.

Die überarbeitete Position der Kommission, die bis März 2026 formal verabschiedet werden soll, enthält mehrere zentrale Zugeständnisse: Die Streichung überschüssiger Zertifikate aus dem MSR wird dauerhaft gestrichen, und die Aufnahme von Überschusszertifikaten wird gestoppt, sobald 400 Millionen erreicht sind. Damit soll das Angebot erhöht und der CO₂-Preis gedämpft werden. Zudem wird die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten verlängert, während die schrittweise Abschaffung von Versteigerungen hinausgezögert wird.

Noch in diesem Jahr beginnen Benchmark-Konsultationen, bei denen Branchen wie die Chemieindustrie Einfluss auf die Anpassungen nehmen können. Ein weiterer Vorschlag sieht eine Reduzierung des linearen Reduktionsfaktors (LRF) vor – möglicherweise von 4,4 auf 3,4 Prozent. Ein umfassendes Reformpaket für das ETS ist dann für den Sommer 2026 geplant.

Aus Kreisen der Kommission heißt es, man wolle die Bedenken der Chemieindustrie in den anstehenden Benchmark-Prüfungen so weit wie möglich berücksichtigen.

Die Reformen markieren eine deutliche Abkehr von den ursprünglichen ETS-Plänen der EU und spiegeln den Druck der Industrie sowie einen flexibleren Ansatz wider. Da die Konsultationen bald beginnen und die wichtigsten Änderungen bis Mitte 2026 umgesetzt werden sollen, erhalten Unternehmen mehr Zeit, sich an die sich wandelnden Regeln des CO₂-Marktes anzupassen. Die Anpassungen zielen darauf ab, die finanzielle Belastung zu verringern, ohne die Klimaziele aus den Augen zu verlieren.

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