31 March 2026, 22:02

Regionalbahnen kämpfen ums Überleben: Finanzkrise droht Streckenschließungen bis 2026

Eine Europakarte, die die EU-Mehrwertsteuersätze von 2014 mit Prozentangaben und Textanzeigen zeigt.

Regionalbahnen kämpfen ums Überleben: Finanzkrise droht Streckenschließungen bis 2026

Regionale Bahnbetreiber in Deutschland stehen unter wachsendem Finanzdruck

Die regionalen Eisenbahnunternehmen in Deutschland sehen sich einer immer größeren finanziellen Belastung gegenüber, da die Kosten steigen, während die Förderung nicht Schritt hält. Trassengebühren, Löhne und Energiekosten sind stark angestiegen, doch es gab keine Anpassungen, um die Last zu verringern. Ohne Eingriffe drohen Streichungen von Verbindungen oder gar die Pleite ganzer Unternehmen.

Die Krise hat tiefe strukturelle Ursachen, darunter die ungerechte Behandlung im Vergleich zum Straßenverkehr und ein veraltetes Finanzierungsmodell. Nun könnte ein richtungsweisendes Gerichtsurteil die Zukunft des Regionalverkehrs bis 2026 neu gestalten.

Jahre der Unterfinanzierung Die finanziellen Probleme des Regionalverkehrs begannen bereits vor Jahren. Als die deutsche Bundes- und Landesbahn in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und privatisiert wurde, gingen die regionalen Leistungen an die Bundesländer über. Doch die bereitgestellten Mittel wurden nie inflationsbereinigt angepasst – die Betreiber kämpfen seither mit der Kostendeckung.

Hinzu kamen ab etwa 2017 die Trassenentgelte, die eine zusätzliche Belastung darstellen. Während Busse keine Maut zahlen, müssen regionale Züge Infrastrukturgebühren entrichten. Das erschwert es ihnen, im Wettbewerb um Netzkapazitäten zu bestehen. Güter- und Fernzüge erhalten Vorrang, während Regionalverbindungen ins Abseits gedrängt werden. Auf stark frequentierten Strecken wie im Rheintal führen Kapazitätsengpässe zu Verspätungen und weniger Zügen.

Private Anbieter besonders benachteiligt Für private Betreiber ist die Lage noch prekärer. Staatsnahe Unternehmen beschaffen Fahrzeuge zu günstigeren Finanzierungskonditionen und verleiht sie an die Betreiber – ein Wettbewerbsnachteil für private Firmen. 2021 meldete Abellio, eine Tochter der niederländischen Staatsbahn, nach Jahren der Verluste in Deutschland Insolvenz an. Erst kürzlich strich National Express abrupt die Verbindung Aachen–Hamm, mit Verweis auf unfaire Vertragsbedingungen.

Die Situation könnte sich weiter zuspitzen, falls die Trassengebühren steigen. Die Bundesregierung erwartet von der DB InfraGo, die das Netz verwaltet, dass sie große Modernisierungen finanziert – vermutlich über höhere Entgelte. Kommen die Länder nicht mit zusätzlichen Mitteln, bleibt den Betreibern möglicherweise nichts anderes übrig, als Angebote zu kürzen oder aufzugeben.

Entscheidende Weichenstellung bis 2026 Ein möglicher Wendepunkt steht bevor: Der Europäische Gerichtshof wird voraussichtlich bis Mitte 2026 entscheiden, ob die aktuelle Obergrenze für Trassengebühren im Regionalverkehr fallen soll. Wird die Deckelung aufgehoben, könnten die Kosten weiter explodieren. Gleichzeitig ist das Deutschland-Ticket, ein günstiges bundesweites Nahverkehrsangebot, bis 2030 gesichert – mit inflationsabhängigen Preisanpassungen ab 2027.

Die regionalen Bahnbetreiber stehen nun vor einer kritischen Phase. Ohne zusätzliche Landesmittel oder ein günstiges Urteil könnten die steigenden Kosten zu Angebotskürzungen oder Insolvenzen führen. Entscheidend wird sein, ob die Finanzierungsmodelle an die Inflation angepasst werden und ob die Trassengebühren begrenzt bleiben.

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Für Fahrgäste drohen Einschnitte Die Risiken für die Reisenden sind klar: weniger Züge, mehr Verspätungen und mögliche Streckenschließungen, sollte der finanzielle Druck ungebremst anhalten.

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