E-World in Essen bricht mit 50 Prozent mehr Besuchern alle Rekorde
Klemens GorlitzE-World in Essen bricht mit 50 Prozent mehr Besuchern alle Rekorde
E-World-Messe in Essen verzeichnet Rekordzuwachs mit 50 Prozent mehr Besuchern
Die diesjährige E-World in Essen hat mit einem Besucherplus von 50 Prozent alle Rekorde gebrochen: Fast 47.000 Fachleute aus 126 Ländern nahmen an der Leitmesse teil. Auch die Zahl der Aussteller stieg um 16 Prozent auf 1.136 Unternehmen. Die Veranstalter planen nun eine weitere Expansion und wollen bis zum nächsten Jahr die letzten beiden Hallen des Messegeländes belegen.
Das Wachstum der Messe spiegelt die erweiterte thematische Ausrichtung wider. Neben klassischen Energiethemen rückten neue Schwerpunkte wie die Energiewende, Batteriespeicher und künstliche Intelligenz in den Mittelpunkt. Auch Start-ups und Innovationen spielten eine größere Rolle – die Zahl der Aussteller aus diesem Bereich stieg um 40 Prozent.
Regulatorische Debatten prägten die Veranstaltung Kritisch diskutiert wurde unter anderem der Entwurf des deutschen Netzpakets. Branchenverbände warnten, dass die geplanten Maßnahmen den Ausbau von Photovoltaik und Windkraft bremsen könnten. Zudem geriet die Bundesnetzagentur wegen ihrer Haltung zu Speichergebühren in die Kritik. Unter Berufung auf ein EU-Gerichtsurteil von 2021 argumentierte die Behörde, dass langfristige Befreiungen von Netzentgelten gegen EU-Recht verstoßen und wirtschaftliche Ineffizienzen schaffen. Nach dem AgNes-Modell sollen Speichersysteme schrittweise bis 2029 ihre vollständige Befreiung verlieren und stattdessen über Verbrauchstarife an den Netzkosten beteiligt werden.
Wichtige Meilensteine der Transition sind ein 2023 verabschiedetes Gesetz zur Übertragung von Abweichungsbefugnissen, eine für Dezember 2025 geplante Novelle, die Teilbefreiungen bis 2029 verlängert, sowie laufende gerichtliche Überprüfungen rückwirkender Änderungen. Bis Januar 2026 wird die Regulierungsbehörde Leitlinien zu dynamischen Tarifen und Verbraucheranreizen veröffentlichen; die endgültigen Regelungen werden für Ende 2026 erwartet.
Batteriespeicher im Wettbewerb, Photovoltaik mit Herausforderungen Der Markt für Batteriespeicher zeigt erste Anzeichen von Wettbewerb – mindestens sechs Anbieter sind mittlerweile im Bereich der Behind-the-Meter-Systeme aktiv. Die Photovoltaik-Branche hingegen kämpft mit Schwierigkeiten: Power Purchase Agreements (PPAs, Stromabnahmeverträge) kommen nur zögerlich voran, es werden kaum Verträge abgeschlossen, und die Handelsvolumina bleiben gering. Erst kürzlich zog sich Node Energy aus dem PPA-as-a-Service-Markt zurück, während Otark mit einem "1-Klick-PPA" die Vertragsabwicklung vereinfachen will.
Die Expansion der E-World unterstreicht die sich wandelnden Prioritäten der Energiewirtschaft. Die Messe wird im nächsten Jahr das gesamte verfügbare Ausstellungsgelände nutzen und festigt damit ihren Status als branchenweisende Leitveranstaltung. Die Ergebnisse der regulatorischen Debatten – insbesondere zu Speichergebühren und Netzentgeltfinanzierung – werden voraussichtlich die Investitionen und das Wachstum im Erneuerbaren-Sektor in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.
E-World 2027 to Expand with New Halls Focused on Resilient Infrastructure
Organisers have confirmed plans to open halls 7 and 8 in 2027 to explore the 'Resilient Infrastructure' theme. This follows the 2026 event's record-breaking success and aligns with the original announcement of future expansion. The new halls will provide dedicated space for discussions on grid stability, energy storage integration, and climate adaptation strategies.






