Düsseldorfs Senf-Tradition endet nach fast 300 Jahren – was bleibt?
Ibrahim KargeDüsseldorfs Senf-Tradition endet nach fast 300 Jahren – was bleibt?
Düsseldorfs berühmte Senfproduktion verlässt die Stadt nach fast 300 Jahren
Zwei große Marken, ABB Mostard und Löwensenf, haben ihre Produktion an neue Standorte verlagert – eine Entwicklung, die unter Einheimischen und Verantwortlichen gleichermaßen für Gesprächsstoff sorgt.
Der Mietvertrag für das ABB-Mostard-Werk in der Nähe des Düsseldorfer Flughafens ist ausgelaufen, weshalb die Herstellung nun nach Moers, eine Stadt am Rande des Ruhrgebiets, verlegt wird. Bereits zuvor hatte Löwensenf seine Senfproduktion nach Thüringen verlegt.
Die Folge: Die Senfgläser dürfen künftig nicht mehr das geschützte Siegel "Düsseldorfer" tragen. Die geografische Herkunftsbezeichnung, die einst für die lokale Tradition des Produkts stand, verschwindet damit von der Verpackung. Diese Entscheidung löst im Düsseldorfer Rathaus Besorgnis aus – manche sehen darin einen Verlust kulturellen Erbes.
In der Senfboutique in der Altstadt spricht Inhaber Delevey mit Kunden über die Veränderungen. Trotz der Verlegung laufen jedoch Pläne, den Laden zu erweitern und in Düsseldorf eine Schaufabrik zu errichten. Der dunkle, würzig-scharfe Senf der Marke bleibt ein beliebtes Mitbringsel – auch wenn er künftig woanders produziert wird.
Sowohl ABB Mostard als auch Löwensenf werden nun außerhalb Düsseldorfs hergestellt. Die jahrhundertelange Verbindung der Stadt mit der Senfherstellung verblasst, doch der Laden in der Altstadt bleibt geöffnet. Der Fokus liegt nun darauf, das Markenerbe zu bewahren – während man sich gleichzeitig an die neuen Produktionsstandorte anpasst.






