Dortmunds neuer Oberbürgermeister bricht mit 79 Jahren SPD-Tradition
Klemens GorlitzDortmunds neuer Oberbürgermeister bricht mit 79 Jahren SPD-Tradition
Dortmund hat nach Jahrzehnten erstmals einen neuen Oberbürgermeister
Alexander Kalouti, ein 57-jähriger CDU-Politiker, trat im September 2025 sein Amt an – ohne die übliche Amtsübergabezeremonie. Seine Wahl markiert einen Bruch mit der Tradition, denn er ist der erste Oberbürgermeister der Stadt seit 1946, der nicht der SPD angehört.
Kalouti übernimmt das Amt mit seiner CDU-Fraktion als zweitstärkste Kraft im Rat. Die SPD bleibt mit 26 bis 27 Sitzen zwar die stärkste Fraktion, doch Streitigkeiten bei der Besetzung von Ausschüssen deuten auf verschiebende Bündnisse hin. Ohne klare Mehrheit plant er, Unterstützung von Fall zu Fall zu organisieren.
Zur Vorbereitung auf seine neue Rolle studierte Kalouti die Dortmunder Gemeindeordnung und traf sich mit Stadträten. Der gelernte Schauspieler verglich den Prozess mit dem Auswendiglernen von Texten für eine Aufführung. Nun konzentriert er sich auf die Belebung der Innenstadt, die er als seine oberste Priorität bezeichnet.
Der neue Oberbürgermeister will lebendigere öffentliche Räume schaffen und den Niedergang des Stadtzentrums stoppen. Sein Ansatz basiert auf der Bildung temporärer Koalitionen statt fester Partnerschaften. Dass es keine formelle Übergabe von seinem Vorgänger Thomas Westphal gab – bedingt durch Terminprobleme –, unterstreicht den ungewöhnlichen Charakter dieses Wechsels.
Kaloutis Führung beginnt mit klaren Zielen, aber ohne gesicherte Rückendeckung im Rat. Seine Pläne für die Innenstadt werden seine Fähigkeit testen, parteiübergreifend zu verhandeln. Angesichts der anhaltenden Stärke der SPD wird Zusammenarbeit entscheidend sein, um Fortschritte zu erzielen.






