01 May 2026, 10:01

DGB wirft NRW Versagen bei Bildung vor: 156 Milliarden Euro Investitionsstau

Balkendiagramm, das den staatlichen und kommunalen Bildungsausgaben nach Bundesländern zeigt, mit unterschiedlich hohen Balken, die die Ausgaben darstellen.

DGB fordert mehr Geld für Schulen in NRW trotz Rekordbudget - DGB wirft NRW Versagen bei Bildung vor: 156 Milliarden Euro Investitionsstau

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Bildungsfinanzierung in Nordrhein-Westfalen (NRW) scharf kritisiert und fordert dringend höhere Investitionen. Trotz Rekordausgaben zeigt ein neuer Bericht erhebliche Defizite bei den Schülerleistungen und beim Infrastrukturbedarf. Gewerkschaftsvertreter werfen der Landesregierung vor, ihre Versprechen zur Bildungsqualität nicht einzulösen.

Eine Studie des DGB NRW aus dem Jahr 2023 kommt zu dem Ergebnis, dass in den kommenden zehn Jahren rund 156 Milliarden Euro an öffentlichen Investitionen nötig sind, um das Land zu modernisieren. Dem Bericht zufolge liegt die Investitionsquote NRWs seit zwölf Jahren im Schnitt bei nur 10,1 Prozent – deutlich unter den Werten Bayerns (16,2 Prozent) und Baden-Württembergs (15,4 Prozent).

Die Sorgen der Gewerkschaft erstrecken sich auch auf die Lernergebnisse der Schüler. Im Ruhrgebiet verfehlt etwa ein Drittel der Grundschüler die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik, bevor sie auf weiterführende Schulen wechseln. Bis zum Ende der zehnten Klasse erreichen 85 Prozent der Schüler in NRW die geforderten Sprachkompetenzen nicht.

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Anja Weber, Vorsitzende des DGB NRW, betonte, dass die Realität an den Schulen den Fortschrittsbekundungen der Regierung widerspreche. Der Finanzexperte Torsten Windels unterstützte diese Einschätzung und forderte das Land auf, seine milliardenschweren Sonderrücklagen zu nutzen. Die bisherigen Ausgabenstigerungen hätten mit dem Gesamtbudget nicht Schritt gehalten, sodass zentrale Bildungsziele verfehlt würden, so Windels.

Auch der Haushalt 2026, der mit über 43 Milliarden Euro für Schulen, Hochschulen und Kitas veranschlagt ist, steht in der Kritik. Der DGB hält die Mittel für unzureichend, um die strukturelle Unterfinanzierung zu beheben – Klassenräume und Schüler blieben damit weiter im Stich.

Der DGB-Bericht unterstreicht eine wachsende Kluft zwischen den Bildungsausgaben NRWs und dem tatsächlichen Bedarf. Ohne zusätzliche Investitionen droht das Land in Sachen Schülerleistungen und Infrastruktur weiter zurückzufallen. Die Gewerkschaft drängt auf sofortiges Handeln, um Gelder umzuschichten und die langfristigen Bildungsziele zu erreichen.

Quelle