Deutschland startet zweiten europäischen Quantencomputer am Jülicher Supercomputing Centre
Klemens GorlitzDeutschland startet zweiten europäischen Quantencomputer am Jülicher Supercomputing Centre
Vor vier Monaten erhielt das französische Supercomputing-Zentrum GENCI/CEA seinen ersten Quantencomputer. Nun hat das Jülicher Supercomputing Centre (JSC) in Deutschland ein zweites Gerät in Betrieb genommen. Beide Systeme sind Teil einer europäischen Initiative, um Quantencomputing für die praktische Anwendung nutzbar zu machen.
Mitte November lieferte das Unternehmen Pasqal einen 100-Qubit-Quantencomputer an das JSC. Dieses System wird mit dem Supercomputer JURECA DC verknüpft, um eine Integration in die bestehende Hochleistungsrechen-Infrastruktur zu ermöglichen. Während der französische Quantencomputer voraussichtlich Anfang 2025 betriebsbereit sein wird, folgt das Jülicher System im Juni 2025.
Beide Quantencomputer werden über das HPCQS-Projekt finanziert, das von der europäischen Gemeinschaftsinitiative EuroHPC JU sowie dem deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt wird. Sechs europäische Länder wirken an der Initiative mit, wobei das JSC die Koordination übernimmt. Ziel des Projekts ist es, Quantensysteme in das europäische Supercomputing-Netzwerk zu integrieren.
Die neuen Systeme ermöglichen fortschrittliche Simulationen in Physik und Chemie. Zudem unterstützen sie quantenbasiertes Maschinelles Lernen und eröffnen damit neue Möglichkeiten für Forschung und Industrie. Die Inbetriebnahme des Quantencomputers am JSC markiert einen wichtigen Meilenstein für das HPCQS-Projekt. Erste praktische Anwendungen rücken damit in greifbare Nähe. Forscher erhalten bald Zugang zu einer Kombination aus modernster Quanten- und klassischer Hochleistungsrechentechnik.
