Deutsches Konsortium baut europäisches Netz für fossilefreie Militärtreibstoffe auf
Ibrahim KargeDeutsches Konsortium baut europäisches Netz für fossilefreie Militärtreibstoffe auf
Ein Bündnis deutscher Industrie- und Cleantech-Unternehmen plant den Aufbau eines Netzes modularer E-Fuel-Anlagen in ganz Europa. Das unter dem Namen Giga PtX laufende Projekt zielt darauf ab, eine lokale, fossilefreie Treibstoffversorgung für militärische Zwecke zu schaffen und die Abhängigkeit von globalen Energielieferketten zu verringern.
Der Rüstungs- und Infrastrukturkonzern Rheinmetall übernimmt die Führung der Initiative. Das Unternehmen wird den Bau und Betrieb der Anlagen finanzieren, planen und steuern. Innerhalb von fünf Jahren soll die Produktion auf rund 20 Millionen Liter E-Fuels pro Jahr gesteigert werden.
Für die Herstellung kommen Hochtemperatur-Elektrolyseure des Dresdner Unternehmens Sunfire zum Einsatz, die Wasser in Wasserstoff aufspalten. Das auf CO₂-Abscheidung spezialisierte Unternehmen Greenlyte stellt das benötigte Kohlendioxid bereit. Anschließende verarbeitet Ineratec diese Rohstoffe mithilfe von Fischer-Tropsch-Syntheseanlagen zu synthetischem Diesel, Schiffskraftstoff oder Kerosin.
Jede Anlage soll zwischen 5.000 und 7.000 Tonnen Treibstoff jährlich produzieren. Bis 2030 plant das Konsortium den Aufbau mehrerer hundert dieser modularen Anlagen in Europa. Ihr Design ermöglicht eine schnelle Montage und flexible Skalierung, um die Nachfrage zu decken.
Im Mittelpunkt des Giga PtX-Projekts steht die Schaffung eines dezentralen Treibstoffnetzwerks für militärische Anwendungen. Mit den Investitionen und der Expertise von Rheinmetall soll Europa einen Schritt in Richtung einer unabhängigeren und nachhaltigeren Energieversorgung gehen. Die Produktion soll in den nächsten fünf Jahren anlaufen.






