20 March 2026, 16:01

Demokratie in Gefahr: Junge Menschen wenden sich zunehmend von der Politik ab

Plakat mit einem Zitat aus Building a Better America, das besagt, dass soziale Medienplattformen für ihren Einfluss auf Kinder zur Rechenschaft gezogen werden sollten, geschmückt mit Sternen.

Demokratie in Gefahr: Junge Menschen wenden sich zunehmend von der Politik ab

Eine aktuelle Studie aus Nordrhein-Westfalen deckt besorgniserregende Trends in der Haltung junger Menschen zur Demokratie auf. Zwar bleibt die Unterstützung demokratischer Werte in einigen Bereichen stabil, doch wachsen Unzufriedenheit und Offenheit für extremistische Ideen. Bundesbildungsministerin Karin Prien zeigt sich besorgt über den Einfluss digitaler Radikalisierung auf Jugendliche.

Die Untersuchung unterscheidet drei Gruppen in der Bevölkerung: überzeugte Demokraten, fragile Demokraten und Demokratiegegner. In der Altersgruppe der 19- bis 29-Jährigen befürworten nur noch 83 Prozent die Demokratie – ein spürbarer Rückgang. Noch auffälliger: Nur die Hälfte der jungen Menschen ist mit der Funktionsweise der Demokratie zufrieden.

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Junge Menschen sind zunehmend extremistischer Propaganda in sozialen Medien, privaten Chatgruppen und Gaming-Communities ausgesetzt. Diese Entwicklung beschleunigt Radikalisierungsprozesse: Fast die Hälfte der Befragten stimmt der Aussage zu, die Gesellschaft würde von einer starken Einheitspartei profitieren. Ministerin Prien warnt vor der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit, Gewalt und extremistischem Gedankengut im Netz – Herausforderungen, denen die klassische politische Bildung oft nicht gewachsen ist.

Die Studie zeigt zudem einen klaren Veränderungsbedarf auf: 76 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen wünschen sich mehr politische Themen im Schulunterricht. Die Forscher empfehlen, politische Bildung zu stärken, um demokratische Kompetenzen und Widerstandsfähigkeit gegen Manipulation zu fördern.

Die Ergebnisse offenbaren eine Lücke zwischen der heutigen politischen Bildung und den Herausforderungen digitaler Extremismusphänomene. Da viele junge Menschen mehr politische Auseinandersetzung in der Schule fordern, unterstreicht die Studie die Notwendigkeit modernisierter Lehrmethoden. Wie die Bildungssysteme darauf reagieren, könnte die demokratischen Einstellungen der nächsten Generation prägen.

Quelle