19 June 2026, 22:00

Debatte um Arbeitslosengeld: Unternehmen klagen über Fachkräftemangel durch hohe Sozialleistungen

Grüne warnen vor Diffamierungskampagne gegen das Bürgergeld

Debatte um Arbeitslosengeld: Unternehmen klagen über Fachkräftemangel durch hohe Sozialleistungen

Eine aktuelle Umfrage des Verbands Bergischer Unternehmerverbände (VBU) hat eine Debatte über Arbeitslosengeld entfacht. Die Ergebnisse zeigen, dass jedes vierte beteiligte Unternehmen Mitarbeiter verloren hat – Grund sind demnach zu hohe Leistungen. Kritiker halten die Ergebnisse für unzuverlässig und politisch motiviert.

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Der VBU hatte seine Mitglieder befragt und festgestellt, dass 25 Prozent der Unternehmen Angestellte verloren, weil diese durch großzügige Arbeitslosenbezüge zum Jobausstieg verleitet wurden. Professor Wolfgang Kleinebrink nannte das Ergebnis „alarmierend“ und warnte vor einem möglichen Missbrauch des Sozialsystems. Der Verband befürchtet zudem, dass immer mehr Menschen der Arbeit den Rücken kehren und stattdessen auf staatliche Unterstützung setzen könnten.

Allerdings nahmen nur 45 der rund 560 VBU-Mitgliedsfirmen an der Umfrage teil – das entspricht weniger als zehn Prozent. Frank Knoche, Sprecher der Grünen-Fraktion, stellte die Aussagekraft der Daten wegen der geringen Stichprobengröße infrage. Er warf dem VBU vor, mit einer politisch motivierten Stellungnahme Stimmung gegen den Sozialstaat machen zu wollen.

Knoche betonte, dass nicht zu hohe Leistungen, sondern zu niedrige Löhne das eigentliche Problem seien, wenn der Abstand zwischen Arbeitsentgelt und Arbeitslosengeld zu gering ausfalle. Die Grünen fordern stattdessen faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne, die ehrliche Arbeit belohnen.

Die Umfrage unterstreicht die Sorge, dass Arbeitslosengeld die Bindung von Fachkräften an den Arbeitsmarkt gefährden könnte. Der VBU beharrt darauf, dass die erhöhten Leistungen eine Arbeitsaufnahme unattraktiv machen. Die Grünen hingegen pochen auf höhere Löhne und weisen die Vorstellung zurück, der Sozialstaat sei der Kern des Problems.

Quelle