Bochum und Witten erkunden tiefes Geothermie-Potenzial für nachhaltige Wärmeversorgung
Klemens GorlitzBochum und Witten erkunden tiefes Geothermie-Potenzial für nachhaltige Wärmeversorgung
Projekt „VESTA CONTRAST“: Erkundung des geothermischen Potenzials im Untergrund von Bochum und Witten
Das Projekt „VESTA CONTRAST“ soll das unterirdische Potenzial für Geothermie in Bochum und Witten erschließen. Dazu wird ein fünf Kilometer langer Abschnitt des Untergrunds bis in eine Tiefe von 2.000 Metern kartiert. Ziel der Initiative ist es, thermische Reservoirs zu identifizieren, die sich für die praktische Nutzung in Wärmeversorgung und Speicherung eignen.
Im Rahmen des Vorhabens wird ein detailliertes Verständnis der geologischen Gegebenheiten im Süden Bochums erarbeitet. Mithilfe geophysikalischer Methoden entsteht eine Art „Schallkarte“ des Untergrunds, die mit der seismischen Reflexionstechnik erstellt wird. Die Vermessungsarbeiten dauern voraussichtlich etwa eine Woche und sollen spätestens bis Februar 2025 abgeschlossen sein.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das Projekt mit rund 330.000 Euro. Bisher nutzen oberflächennahen Geothermieanlagen die nahen Erdschichten vor allem zur Beheizung von Einfamilienhäusern. Für eine nachhaltige Wärmeversorgung ganzer Städte sind jedoch tiefere Erkundungen notwendig.
Die geologischen Verhältnisse im Ruhrgebiet bieten großes Potenzial für Geothermie: Die Temperaturen steigen hier im Schnitt um 3 °C pro 100 Meter Tiefe – ideale Voraussetzungen für tiefere geothermische Systeme. Diese könnten bis zu einem Viertel des kommunalen Wärmebedarfs und der Prozesswärme für die Industrie in Deutschland decken.
Die Ergebnisse des Projekts könnten den Weg für eine breitere Nutzung von Geothermie in der Region ebnen. Bei Erfolg ließe sich damit langfristig bis zu drei Viertel der bestehenden Gebäude in Deutschland beheizen. Zudem bilden die Daten eine wichtige Grundlage für zukünftige Tiefengeothermie-Projekte.
