Bergisch Gladbach kämpft mit dramatischem Mangel an Ganztagsbetreuung für Grundschüler
Tassilo HeßBergisch Gladbach kämpft mit dramatischem Mangel an Ganztagsbetreuung für Grundschüler
Bergisch Gladbach steht vor einem massiven Mangel an Betreuungsplätzen für Grundschüler
Ab dem nächsten Schuljahr haben in Deutschland alle Erstklässler einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Betreuung. Doch die Stadt Bergisch Gladbach kann diesen Bedarf an mehreren Schulen nicht decken.
An der GGS Heidkamp gibt es nur 200 Plätze in der Offenen Ganztagsschule (OGS) für fast 300 Schülerinnen und Schüler. Damit bleiben 32 Kinder, die einen rechtlichen Anspruch auf Betreuung haben, ohne Platz. Die Stadt plant zwar eine erweiterte Betreuung an der Heidkamp, die bis zu zehn zusätzliche Plätze von 11:30 Uhr bis 14:00 Uhr schafft. Doch dieses Modell erfüllt nicht die gesetzliche Anforderung von acht Stunden Betreuung pro Tag.
Noch prekärer ist die Situation an der GGS Moitzfeld: Hier liegt die OGS-Abdeckung bei nur etwa 58 Prozent – deutlich unter dem Stadtdurchschnitt von 76,9 Prozent. 13 Erstklässler mit Anspruch auf Betreuung erhalten keinen Platz. Ohne die erweiterte Betreuung würde die Gesamtzahl der unversorgten Kinder sogar die 185 bereits gemeldeten Fälle übersteigen. Ein bedarfsgerechter Ausbau der Einrichtungen in Moitzfeld ist frühestens ab 2027 geplant.
Aktuell fehlen der Stadt die Kapazitäten, um ihre gesetzlichen Verpflichtungen zu erfüllen. Die erweiterte Betreuung bringt zwar eine gewisse Entlastung, löst das grundsätzliche Problem aber nicht. Viele Kinder werden auch zum neuen Schuljahr ohne die vorgesehene Ganztagsbetreuung auskommen müssen.
