11 April 2026, 12:02

Wie ein Dorf Geflüchteten ein neues Leben ermöglichte – und was zehn Jahre später bleibt

Plakat für Basar zugunsten von Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Veranstaltungsdetails.

Wie ein Dorf Geflüchteten ein neues Leben ermöglichte – und was zehn Jahre später bleibt

Zehn Jahre nach der Ankunft von Geflüchteten in Bergisch Gladbach feiert eine lokale Initiative ihre Erfolge mit einer Ausstellung und einem Jubiläumsevent

Das Projekt "Willkommen in Schildgen", 2015 von Anwohner:innen ins Leben gerufen, hat vielen Menschen geholfen, in Deutschland ein neues Leben aufzubauen. Einer von ihnen ist Youssef Messraba, der seine Reise von Syrien bis zum Ingenieursstudium in Deutschland schildert – trotz anhaltender Herausforderungen.

2015 schlossen sich rund 100 Schildgener Bürger:innen zusammen, um die Initiative "Willkommen in Schildgen" zu gründen. Sie unterstützten neu angekommene Geflüchtete bei Behördengängen, Arztbesuchen und Deutschkursen. Viele konnten so Fuß fassen – im Beruf oder in der Bildung.

Einer der Geförderten war Youssef Messraba, der 2015 aus Syrien nach Katterbach floh. Mit Hilfe der Initiative absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker und begann später ein Studium der Elektro- und Medizintechnik. Doch trotz seiner Erfolge wartet er seit 20 Monaten auf die deutsche Staatsbürgerschaft und erlebt weiterhin Vorurteile – an der Universität wie im Stadtteil.

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Die neue Ausstellung "Himmel un Ääd" zeigt nun 21 farbige Porträts von Geflüchteten, darunter Messraba, in der Altenberger-Dom-Straße 125. Die Schau ist bis zum 6. Dezember zu sehen. Am 28. November findet dort ein Jubiläumsevent statt: Die Geflüchteten Marwah und Hosheen berichten in lockerer "Auf dem Sofa"-Runde, moderiert von Margret Grunwald-Nonte.

Zehn Jahre später sind 72 Prozent der damals Unterstützten erwerbstätig, 15 Prozent in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen fließend Deutsch und sind – wie Messraba – fest in den Alltag integriert: Er lebte drei Jahre mit einer deutschen Freundin in Köln und pflegt bis heute einen deutschen Freundeskreis.

Ausstellung und Event stehen für ein Jahrzehnt gelebter Solidarität und Durchhaltevermögen. Viele haben Karriere gemacht, die Sprache gelernt und tragen heute zu ihrer neuen Heimat bei. Doch Herausforderungen wie bürokratische Hürden bei der Einbürgerung oder Diskriminierung bleiben – auch für Messraba, der seinen Weg in Deutschland weitergeht.

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