22 March 2026, 06:01

Veloroute 2 in Solingen: Warum Händler und Politiker gegen das Radweg-Projekt kämpfen

Stadtstraße mit parkenden Autos, Gebäuden, Bäumen, Laternen, Fußgängern auf dem Gehweg, bewölktem Himmel und einem Parkautomaten unten.

Veloroute 2 in Solingen: Warum Händler und Politiker gegen das Radweg-Projekt kämpfen

Pläne für die neue Radroute Veloroute 2 in Solingen stoßen auf Widerstand bei lokalen Unternehmen und politischen Gruppen. Über 270 Parkplätze könnten im Rahmen des Projekts entfallen, was Befürchtungen über wirtschaftliche Schäden und Verkehrsbehinderungen schürt. Kritiker werfen der Stadt vor, keine praktikablen Alternativen für Autofahrer und Kundschaft anzubieten.

Im Mittelpunkt der Kontroverse stehen zwei zentrale Bereiche: der Ohliger City-Ring und die Merscheider Straße. Mehr als 70 Stellplätze in der Nähe des City-Rings und über 200 entlang der Merscheider Straße sollen für die Radverbindung weichen. Gerlinde Steingrüber, Vorsitzende der MIT Solingen, warnt, dass bequeme Parkmöglichkeiten für den lokalen Handel unverzichtbar seien – die wirtschaftlichen Folgen könnten gravierend ausfallen.

Händler und Dienstleister teilen diese Sorgen. Sie fürchten, dass weniger Parkplätze Kunden vertreiben, die Laufkundschaft zurückgehen lässt und die Umsätze schmälert. Die MIT kritisiert zudem das Fehlen von Ersatzparkplätzen oder Lösungen für Lieferverkehr und bezeichnet die aktuellen Pläne als unzureichend.

Doch nicht nur das Parkplatzproblem bereitet Kopfzerbrechen: Die geplante Veloroute 2 führt an mehreren Bushaltestellen vorbei, was zu Verzögerungen im ÖPNV führen könnte. Die MIT wirft der Stadt außerdem vor, Anwohner und Unternehmen im Planungsprozess weder frühzeitig noch ausreichend einbezogen zu haben.

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Trotz der Einwände bestätigen städtische Unterlagen aus dem Jahr 2025, dass keine der bestehenden Parkflächen anderweitig genutzt werden soll. Die MIT drängt nun die Verantwortlichen, die Pläne zu überdenken und einen ausgewogeneren Ansatz zu finden, der Radfahrer, Autofahrer und die lokale Wirtschaft gleichermaßen berücksichtigt.

Der Streit verdeutlicht die Spannungen zwischen Radverkehrsförderung und den Bedürfnissen von Unternehmen und Autofahrern. Da bisher keine Alternativen für die Parkplatzsituation vorgeschlagen wurden, bleibt die Auswirkung des Projekts auf Handel und Verkehr ungeklärt. Die Stadt sieht sich nun mit Forderungen konfrontiert, die Pläne anzupassen, bevor es weitergeht.

Quelle