Tigerparks in Thailand: Wie Touristenattraktionen zum Albtraum für Großkatzen werden
Klemens GorlitzTigerparks in Thailand: Wie Touristenattraktionen zum Albtraum für Großkatzen werden
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks von Pattaya, wo Touristen einst Schlange standen, um Selfies mit sanft wirkenden Großkatzen zu machen. Doch wachsende Bedenken wegen Tierquälerei und lascher Rechtsdurchsetzung halten Besucher zunehmend von solchen Attraktionen fern. Kritiker werfen den Parks vor, sie würden Tiger aus Profitgier ausbeuten – ohne Rücksicht auf deren Wohl oder Artenschutzbemühungen.
Thailands Population wild lebender Tiger hat sich in den letzten Jahren langsam erholt: Rund 200 Tiere leben mittlerweile in geschützten Gebieten. Doch in Gefangenschaft bleibt die Lage düster. Tierschützer behaupten, Parkbetreiber züchteten unablässig Jungtiere, um den Touristenandrang mit "frischen" Attraktionen zu bedienen, während ältere Tiger ein ungewisses Schicksal droht – manche sollen angeblich in den illegalen Wildtierhandel verkauft werden.
Die Raubkatzen in den Parks wirken oft unnatürlich zahm und lassen sich von Fremden ohne Widerstand streicheln. Untersuchungen deuten darauf hin, dass diese Unterwürfigkeit einen brutalen Preis hat: Trainer sollen die Tiere bereits im Jungtieralter mit Metallstangen brechen, um ihren Willen zu zerstören und sie gefügig zu machen.
Strenge Gesetze zum Tigerschutz existieren zwar, doch Korruption untergräbt häufig deren Umsetzung. Gleichzeitig wenden sich immer mehr Touristen – besonders aus Europa – von solchen Angeboten ab. Elefantenritte und Tiger-Selfies, einst beliebte Highlights, stoßen zunehmend auf ethische Vorbehalte.
Der Rückgang der Besucherzahlen spiegelt einen Wandel im Umgang mit Wildtiertourismus wider. Solange die Durchsetzung der Schutzbestimmungen jedoch lückenhaft bleibt, ist die Zukunft der Tigern in thailändischer Gefangenschaft ungewiss. Viele fürchten, dass die Tiere ohne strengere Kontrollen weiter im Verborgenen leiden werden.






