30 May 2026, 16:01

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – wer profitiert wirklich?

Erstmals negative Netto-Strompreise für Endkunden

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – wer profitiert wirklich?

Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden mit dynamischen Tarifen profitieren

Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr ins Negative – ein Phänomen, von dem vor allem Verbraucher mit dynamischen Tarifen profitierten. In bestimmten Stunden verdienten Haushalte sogar Geld, indem sie einfach Strom verbrauchten. Experten warnen jedoch, dass solche Ereignisse in diesem Jahr häufiger auftreten könnten, bedingt durch anhaltende Probleme auf dem Strommarkt.

Die negativen Preise begannen um 9 Uhr morgens und hielten bis 17 Uhr an. Den Tiefststand erreichte der Markt zwischen 13 und 14 Uhr mit -250,32 Euro pro Megawattstunde. Für Endverbraucher in der Kölner Region bedeutete dies einen Nettopreis von -8,6 Cent pro Kilowattstunde in dieser Stunde. Bundesweit lagen die Preise zwischen 4,9 und 11,6 Cent pro Kilowattstunde, während Regionen mit niedrigen Netzentgelten sogar Tarife von bis zu -12 Cent pro Kilowattstunde verzeichneten.

Der Vorfall erinnert an ein ähnliches, wenn auch extremeres Ereignis im Juli 2023, als die Großhandelspreise kurzzeitig auf -500 Euro pro Megawattstunde einstürzten. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef des Energieanbieters Tibber, geht davon aus, dass in diesem Sommer neue Rekordwerte bei negativen Preisen möglich sind. Als Hauptgrund nennt er die anhaltende Marktunflexibilität – ein Problem, das im vergangenen Jahr zu 457 Stunden mit negativen Großhandelspreisen führte.

Im Laufe des Tages erholten sich die Preise jedoch deutlich. Bei Tibber stieg der dynamische Tarif zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde – der höchste Wert des Sonntags. Gleichzeitig sorgte ein aktuelles Urteil der Schlichtungsstelle Energie für zusätzliche Unsicherheit: Demnach sind Netzbetreiber nicht verpflichtet, Kunden über volle Einspeisevergütungen für Solarstrom zu informieren, was die Preistransparenz weiter erschwert.

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Das Wochenende markiert den ersten Fall negativer Strompreise in diesem Jahr. Experten erwarten, dass solche Schwankungen im Sommer häufiger auftreten werden. Während Verbraucher mit dynamischen Tarifen kurzfristig vom Stromverbrauch profitierten, zeigen die extremen Ausschläge im Großhandel die anhaltenden Herausforderungen bei der Balance von Angebot und Nachfrage auf dem deutschen Strommarkt.

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