Solinger Rechtsdezernent Jan Welzel darf nach drei Monaten Suspendierung zurückkehren
Klemens GorlitzSolinger Rechtsdezernent Jan Welzel darf nach drei Monaten Suspendierung zurückkehren
Ein Gericht hat die Suspendierung des Solinger Rechtsdezernenten Jan Welzel nach mehr als drei Monaten aufgehoben. Die Entscheidung folgt auf scharfe Kritik der Solinger CDU, die der Bezirksregierung Düsseldorf politische Voreingenommenheit bei der Behandlung des Falls vorwirft.
Die lange Abwesenheit Welzels hatte die Stadtverwaltung unter Druck gesetzt, insbesondere für den neu gewählten Oberbürgermeister Daniel Flemm und den Vorstand.
Welzel war Ende 2025 suspendiert worden – ein Schritt, den die CDU als politisch motiviert und nicht rechtlich notwendig bezeichnet. In einem offenen Brief vom 11. März 2026 nannte der CDU-Fraktionsvorsitzende Carsten Voigt das Vorgehen der Bezirksregierung eine "politische und persönliche Verwüstung", die den Rechtsstaat untergrabe. Die Suspendierung, die als "höchstmögliche Strafe" bezeichnet wurde, basiere nicht auf neuen Beweisen, sondern deute auf eine gezielte Kampagne gegen Welzel hin, so Voigt.
Das Gericht urteilte am 6. März 2026, dass Welzel seine Arbeit wieder aufnehmen darf, doch die Folgen des Falls sind noch nicht ausgestanden. Voigt stellte öffentlich infrage, ob der Düsseldorfer Regierungspräsident Thomas Schürmann noch über die "fachliche und moralische Integrität" verfüge, um die Behörde zu leiten. Die CDU fordert nun eine vollständige Überprüfung des Falls, eine öffentliche Stellungnahme der Bezirksregierung sowie eine Prüfung, ob Solingen Anspruch auf Schadensersatz für die entstandenen Schäden hat.
Bisher hat sich die Bezirksregierung Düsseldorf nicht geäußert. Seit dem Gerichtsurteil und dem offenen Brief der CDU gab es keine Reaktion, sodass die Angelegenheit in der Öffentlichkeit ungelöst bleibt.
Die Aufhebung von Welzels Suspendierung hat die Kontroverse nicht beendet. Die Forderungen der CDU nach Rechenschaft und möglichem Schadensersatz bleiben unbeantwortet, während das Schweigen der Bezirksregierung die Unsicherheit verlängert. Mit Welzels Rückkehr in sein Amt rückt nun in den Fokus, ob Düsseldorf sein Handeln aufklären wird – oder sich weiterem Prüfungsdruck aussetzen muss.