04 May 2026, 00:07

RWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten See – doch Kritik wächst

Schwarzes und weißes Foto eines Tunnels mit einem Kran im Inneren, umgeben von Bäumen und Himmel, mit Menschen und Leitern am Boden, die auf einen Kohlebergbau hinweisen.

RWE verwandelt Tagebau Hambach in Deutschlands tiefsten See – doch Kritik wächst

RWE plant Umwandlung des ehemaligen Tagebaus Hambach in Deutschlands tiefsten See

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Energiekonzern RWE hat Pläne bekannt gegeben, aus dem früheren Braunkohletagebau Hambach den tiefsten See Deutschlands zu machen. Ab 2030 soll das riesige Gewässer mit einer Fläche von 42 Quadratkilometern geflutet werden. Kritiker äußern jedoch Bedenken hinsichtlich der Umweltauswirkungen und der geplanten Wasserentnahme.

Der künftige See wird eine Tiefe von 365 Metern erreichen und damit den Bodensee – bisher mit 251,4 Metern der tiefste See Deutschlands – übertreffen. Die Flutung beginnt 2030 mit Wasser, das über Leitungen aus dem Rhein herangeführt wird. Drei jeweils 45 Kilometer lange Rohre sollen bis zu 18.000 Liter pro Sekunde liefern.

Bis 2033 soll der See etwa ein Drittel seines Endvolumens erreichen, mit einer Wasserfläche von 1.200 Hektar und einer Tiefe von 200 Metern. Die vollständige Fertigstellung wird jedoch erst um das Jahr 2080 erwartet, wenn das Gewässer sein Zielvolumen von 3,6 Milliarden Kubikmetern erreicht hat.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert das Vorhaben scharf. Die Umweltschützer warnen, dass das Rheinwasser chemische Rückstände und Medikamentenreste enthält, und fordern eine Filterung vor der Einleitung in den Tagebau. Zudem gibt es anhaltende Proteste wegen der früheren Rodung des Hambacher Forstes für den Braunkohleabbau.

Nach seiner Fertigstellung wird der See eine markante Landmarke sein – tiefer als jedes bestehende Gewässer in Deutschland. Der Zeitplan erstreckt sich jedoch über ein halbes Jahrhundert, wobei ökologische Bedenken die Debatte prägen. RWEs Vorgehen bei der Wasserbeschaffung und -filterung bleibt ein zentraler Streitpunkt.

Quelle