02 April 2026, 08:01

Rentenbeitrag steigt 2024 auf 18,6 Prozent – Streit um Generationengerechtigkeit

Alte Zeitungsanzeige für das Pensionshaus in Dresden, Deutschland, mit schwarzem Text auf weißem Hintergrund.

Peer Steinbrück: "Ich finde diese Rentenreform skandalös" - Rentenbeitrag steigt 2024 auf 18,6 Prozent – Streit um Generationengerechtigkeit

Beitragssatz zur gesetzlichen Rente steigt 2024 auf 18,6 Prozent

Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rente in Deutschland ist 2024 auf 18,6 Prozent gestiegen – ein Anstieg gegenüber den 18,3 Prozent des Vorjahres. Die Erhöhung folgt auf das Rentenpaket II, das die Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) 2023 verabschiedet hat, um den demografischen Druck auf das Rentensystem abzufedern. Doch die Reform hat scharfe Kritik von Seiten der Opposition hervorgerufen und sorgt sogar innerhalb der Koalition für Uneinigkeit.

Das Reformpaket umfasst zwei zentrale Maßnahmen, die von den Koalitionspartnern vorangetrieben wurden. Die SPD setzte durch, dass das Rentenniveau bei 48 Prozent gehalten wird – und umging damit den Nachhaltigkeitsfaktor, der die Leistungen eigentlich an die wirtschaftliche Entwicklung koppelt. Gleichzeitig erreichte die CSU eine Ausweitung der Mütterrente, die Erziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder rückwirkend anerkennt. Allein diese Änderung schlägt mit jährlichen Kosten von fünf Milliarden Euro zu Buche.

Beide Vorhaben werden nicht über Renteneinnahmen, sondern aus Steuermitteln finanziert. Doch der Plan stößt auf massiven Widerstand. Der ehemalige SPD-Finanzminister Peer Steinbrück nannte die Reform ein "Skandal" und warf ihr vor, die Generationengerechtigkeit zu untergraben. Die Ausweitung der Mütterrente habe eine "perverse Wirkung", und die Aussetzung des Nachhaltigkeitsfaktors sei ein "gravierender Fehler", so Steinbrück.

Die Kritik kommt nicht nur von politischen Beobachtern. Eine Gruppe von 18 jungen CDU/CSU-Abgeordneten droht mit einem Veto gegen die Pläne und verweist auf Bedenken zur langfristigen Finanzstabilität. Im Mittelpunkt ihrer Ablehnung steht die Festschreibung des Rentenniveaus bei 48 Prozent, die ihrer Ansicht nach künftige Generationen mit nicht tragbaren Belastungen konfrontieren wird.

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Das Rentenpaket II ist nun in Kraft getreten – mit höheren Beitragssätzen und festgeschriebenen Rentengarantien. Doch die finanziellen und politischen Folgen sind noch offen. Angesichts wachsender Opposition von erfahrenen Kritikern wie jüngeren Abgeordneten steht der Regierungsplan, die Rente durch Steuergelder zu stabilisieren, vor einer ungewissen Zukunft.

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