Rechtsextreme Kundgebung in Münster an Heiligabend plötzlich abgesagt
Klemens GorlitzRechtsextreme Kundgebung in Münster an Heiligabend plötzlich abgesagt
Rechtsextreme Kundgebung in Münster an Heiligabend abgesagt
Eine geplante Demonstration rechtsextremer Kreise in Münster am Heiligabend wurde abgesagt. Die Veranstaltung stand im Zusammenhang mit dem anhaltenden Streit um das Grab eines Neonazis in Dortmund. Die Organisatoren zogen ihre Anmeldung zurück, doch Gegner der Rechtsextremen wollen sich trotzdem vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster versammeln.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt, ein verurteilter Neonazi, dessen Grab in Dortmund seit Monaten für Kontroversen sorgt. Die Stadtverwaltung lehnt eine namentlich gekennzeichnete Bestattung ab, da sie befürchtet, dass der Ort zu einer Pilgerstätte für Rechtsextreme werden könnte. Diese Entscheidung löste im Laufe des Jahres 2023 mehrfach Proteste aus.
Rechtsextreme aus Dortmund hatten sich in diesem Jahr bereits dreimal vor dem Münsteraner Gericht versammelt. Jede dieser Kundgebungen traf auf Gegenproteste des Bündnisses „Keinen Meter den Nazis“. Dessen Sprecher Carsten Peters behauptet, der Widerstand seiner Gruppe habe maßgeblich zur Absage der jüngsten Demonstration beigetragen.
Trotz der Absage bleibt die eigene Kundgebung des Bündnisses für Heiligabend angemeldet. Das Gericht ist inzwischen zu einem wiederkehrenden Brennpunkt geworden, an dem beide Seiten um den Status des Grabes ringen.
Die Absage der rechtsextremen Veranstaltung markiert eine Wende in dem langwierigen Streit. Dortmund hält weiterhin an seiner Haltung fest und lehnt ein erkennbares Grab für Borchardt ab. Unterdessen bereitet sich das Gegenbündnis weiter auf seine geplante Kundgebung an Heiligabend vor.






