Petition fordert Rettung von Anti-Rassismus-Programmen an Schulen
Ein Bündnis aus Bildungsinitiativen hat eine Petition mit dem Titel "Schulen nehmen Stellung" gestartet, um Politiker zum Handeln zu bewegen und Lehrkräfte im Kampf gegen Diskriminierung und Hass zu unterstützen. Die Aktion kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Kürzungen der Bundesförderung Programme bedrohen, die sich in ganz Deutschland gegen Extremismus und Rassismus in Schulen einsetzen.
Am Genoveva-Gymnasium in Köln haben rund 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund. Der Geschichtslehrer Felix Bjerke leitet dort die Initiative "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage" und organisiert Workshops zu Antirassismus, Antisemitismus, Extremismusprävention und Verschwörungstheorien. Viele dieser Angebote werden von externen Organisationen wie 180 Grad Wende und Transaidency durchgeführt – doch diese verlieren bis Ende des Jahres ihre Bundesförderung.
Betroffen sind auch langfristige Projekte wie das Demokratiefestival des Kölner Jugendrings. Rund 5.000 Schulen gehören zum "Schule ohne Rassismus"-Netzwerk, wobei besonders Schulen in Ostdeutschland – wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte wächst – mit den größten Einbußen zu kämpfen haben. Maike Finnern von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnte, dass die Streichungen die Bemühungen schwächen, demokratische Werte zu stärken und Diskriminierung entgegenzuwirken.
Lehrkräfte stehen nun vor der Unsicherheit, wie sie ihre gesetzliche Pflicht zur politischen Neutralität erfüllen sollen. Manche vermeiden bereits heikle Themen im Unterricht, aus Angst vor Gegenreaktionen oder rechtlichen Konsequenzen.
Die Petition fordert die Abgeordneten auf, die Mittel wiederherzustellen und klare Regelungen für Pädagoginnen und Pädagogen zu schaffen, die sich gegen Hass und Extremismus engagieren. Ohne Unterstützung drohen Schulen den Verlust zentraler Programme, die Schülerinnen und Schülern helfen, Diskriminierung zu hinterfragen. Die Entscheidung wird prägen, wie Schulen diese Herausforderungen in den kommenden Jahren angehen.






