NRW plant Kita-Revolution: Kernzeit-Modell soll Fachkräftemangel lindern
Ibrahim KargeNRW plant Kita-Revolution: Kernzeit-Modell soll Fachkräftemangel lindern
Nordrhein-Westfalen plant Kita-Reform mit neuem Kinderbildungsgesetz
Nordrhein-Westfalen will die Kinderbetreuung mit einem neuen Kinderbildungsgesetz reformieren. Der Entwurf führt das Modell der "Kernzeit"-Betreuung in Kitas ein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Kinderministerin Verena Schäffer (Grüne) betont, das System brauche mehr Planbarkeit – für Familien wie für das Personal.
Nach dem neuen Gesetz sollen Kitas täglich fünf Stunden lang mit Stammpersonal besetzt sein, das die Hauptbetreuungszeit – die sogenannte Kernzeit – abdeckt. Die Randzeiten am frühen Morgen und späten Nachmittag würden von ergänzenden Kräften mit verkürzter Ausbildung übernommen. Diese hätten zwar pädagogische Qualifikationen, absolvierten aber nur zwei statt drei Jahre Ausbildung.
Schäffer verteidigt den Plan: Die strukturierten Schichtmodelle schafften stabilere Arbeitsbedingungen, reduzierten Burnout-Risiken und verbesserten die Personalbindung. Ähnliche Modelle gibt es bereits in anderen Bundesländern. In Bayern und Baden-Württemberg wurden Kernzeiten 2017 eingeführt, was zu verlässlicheren Öffnungszeiten und höherer Zufriedenheit bei Eltern führte. Allerdings berichteten Beschäftigte von einer höheren Arbeitsbelastung durch feste Schichtpläne. In Schweden und Dänemark, wo die Kernzeit von 7:30 bis 16:30 Uhr reicht, zeigten sich in Studien zwischen 2020 und 2024 über 85 Prozent der Eltern zufrieden. Gleichzeitig profitierten die Mitarbeiter von besseren Pausenregelungen und weniger Überstunden.
Kritiker warnen jedoch, die Reform könnte die Betreuungsqualität insgesamt senken. Sie befürchten, dass die kürzere Ausbildung des Ergänzungspersonals die Standards in den Randzeiten beeinträchtigen könnte.
Das geplante Gesetz soll den Spagat zwischen Personalmangel und verlässlicher Kinderbetreuung schaffen. Wird es verabschiedet, würde es die Arbeitsabläufe in nordrhein-westfälischen Kitas grundlegend verändern. Entscheidend wird sein, ob die Vorteile strukturierter Arbeitszeiten die Bedenken hinsichtlich Ausbildung und Arbeitsbelastung überwiegen.
Minister Schäffer defends Kernzeit model as temporary fix for staffing crisis
Ministerin Verena Schäffer has defended the Kernzeit model as a necessary temporary measure to address staffing shortages.
- Citing a group that closed one day a week due to staff shortages.
- "This is only an option for the operator to maintain operations when, for example, a facility cannot fill an educator position," she stated.






