02 May 2026, 00:07

NRW-Grundschulen kämpfen mit unvorbereiteten Kindern und steigenden Wiederholerzahlen

Leerer Klassenraum mit hölzernen Tischen und Stühlen in Reihen, eine mittlere Säule, ein Piano auf der rechten Seite und Wände mit Fenstern, Tafeln und sichtbaren Bäumen draußen.

NRW-Grundschulen kämpfen mit unvorbereiteten Kindern und steigenden Wiederholerzahlen

Grundschulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) stehen vor wachsenden Herausforderungen, da immer mehr Kinder ohne grundlegende Vorkenntnisse eingeschult werden. Die flexible Schulanfangsphase, die den Übergang erleichtern soll, wird zunehmend von Schülern in Anspruch genommen, die bis zu drei Jahre für den Einstieg benötigen – eine Zeit, die nicht auf ihre reguläre Schulbildung angerechnet wird. Gleichzeitig belasten steigende Wiederholerquoten und größere Klassen die Lehrkräfte und Ressourcen zusätzlich.

Besonders deutlich zeigt sich der Anstieg der Wiederholer in Bergisch Gladbach: Während im Schuljahr 2021/22 noch 40 Kinder eine Klasse wiederholten, waren es 2024/25 bereits 67. Schulleiter wie Manuel Blum von der Concordia-Schule in Schildgen berichten von einer spürbaren Zunahme an Kindern, die die volle dreijährige Eingangsphase durchlaufen.

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Kita-Mangel und Notbetreuung hinterlassen Spuren: Viele Kinder kommen unvorbereitet in die Schule. Personalengpässe in den Kindertageseinrichtungen führen zu weniger Frühförderangeboten, sodass Schulen nun Fähigkeiten vermitteln müssen, die eigentlich schon im Vorschulalter erlernt werden sollten. Die Folge: Schulleitungen verbringen mehr Zeit damit, grundlegende Defizite – von Sprachkenntnissen bis zum Sozialverhalten – auszugleichen.

Die Klassen werden größer, teilweise auf bis zu 29 Schüler, von denen viele Lernschwierigkeiten oder besonderen Förderbedarf haben. Im Rheinisch-Bergischen Kreis beginnen rund 25 Prozent der Kinder die Schule mit behandlungsbedürftigen Sprachauffälligkeiten, was den Lernfortschritt zusätzlich erschwert. Schulen müssen ihre Planung bereits daran ausrichten, welche Zweitklässler gefährdet sind, sitzenzubleiben – eine weitere organisatorische Hürde.

Die veränderten Anforderungen an die frühkindliche Bildung setzen die Grundschulen in NRW zunehmend unter Druck. Mit mehr unvorbereiteten Kindern und steigenden Wiederholerzahlen sehen sich Lehrkräfte mit größeren, heterogeneren Klassen konfrontiert. Die flexible Eingangsphase bietet zwar zusätzlichen Spielraum, doch die langfristigen Folgen für Schulressourcen und die Entwicklung der Schüler bleiben ein zentrales Problem.

Quelle