Münsters Innenstadt kämpft um Überleben – Händler und SPD im Streit über Fußgängerzone
Klemens GorlitzMünsters Innenstadt kämpft um Überleben – Händler und SPD im Streit über Fußgängerzone
Kürzliche Gespräche brachten lokale Unternehmer und Politiker zusammen, um den Niedergang der Münsterschen Innenstadt zu bekämpfen. Bei der Veranstaltung unter dem Titel "Wirtschaft trifft Politik" ging es vor allem um die steigende Zahl von Leerständen und Pläne zur Belebung des Viertels – doch nicht alle Vorschläge stießen auf Zustimmung.
Im Mittelpunkt der Debatte stand ein umstrittenes Vorhaben der SPD, einen Teil der Wilhelm-Bockelmann-Straße zur Fußgängerzone umzugestalten. Die Maßnahme sollte den Fußgängerverkehr fördern, stieß jedoch bei Händlern auf heftigen Widerstand. Die Aktionsgemeinschaft Münster (AGM), die das Treffen organisiert hatte, wies durch ihre Vorsitzende Maria Plaschka auf die doppelte Herausforderung hin: die Belebung der Einkaufsstraße bei gleichzeitig knappen Haushaltsmitteln. Sie kritisierte den SPD-Plan als unausgereift und bemängelte, dass wichtige Akteure nicht einbezogen worden seien. Trotz der Spannungen betonte Plaschka, dass die Veranstaltung den dringend notwendigen Dialog zwischen Wirtschaft und Politik wiederbelebt habe.
Wernhard Helms unterstrich die Dringlichkeit der Lage mit einer Reihe von Fotos, die Reihen leerstehender Läden entlang der Wilhelm-Bockelmann-Straße und benachbarter Straßen zeigten. Seine bildhaften Belege sollten den Druck erhöhen, Lösungen zu finden, die mehr Kunden in das gebeutelte Viertel locken.
Die AGM brachte einen eigenen Vorschlag ein: einen Förderfonds, der neuen Einzelhändlern die Mietkosten für die ersten Monate übernimmt. Unterdessen kündigte der SPD-Politiker Marco Tews an, den Fraktionsantrag zurückzuziehen, und betonte, dieser sei nie als Angriff auf die lokalen Unternehmen gedacht gewesen. Die Händler blieben jedoch bei ihrer Ablehnung – sie argumentierten, dass eine Sperrung für Fahrzeuge die Kundenzahlen nicht steigern, sondern eher vertreiben würde.
Vertreter aus Handel und Kommunalpolitik nahmen teil und hoben die Notwendigkeit einer besseren Abstimmung zwischen Wirtschaftsförderung und politischer Planung hervor. Auch Grundsteuern und langfristige Strategien für die Innenstadt wurden diskutiert. Das Treffen endete ohne konkrete Entscheidung zur Fußgängerzone, markierte aber einen Schritt hin zu einer engeren Zusammenarbeit zwischen Händlern und Entscheidungsträgern. Der AGM-Vorschlag zur Mietkostenzuschüssen bleibt als alternative Lösung auf dem Tisch. Angesichts der weiterhin drängenden Leerstandsprobleme sind weitere Gespräche geplant, um praktikable Wege zur Wiederbelebung der Münsterschen Straßen zu finden.






