Mozarts Così fan tutte wird in Wiesbaden zum realen Beziehungstest
Das Staatstheater Wiesbaden verwandelt Mozarts Così fan tutte in ein gewagtes Experiment
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat die Oper zu einem immersiven Erlebnis umgestaltet. Statt aus der Distanz zuzuschauen, schlüpfen die Zuschauer in die Rolle von Kunststudenten, die Don Alfonsos berüchtigte Wette beobachten. Die Vorstellung beginnt hinter der Bühne und verwischt von Anfang an die Grenze zwischen Fiktion und Realität.
Das Theater sucht nun Paare zwischen 18 und 35 Jahren, die Teil der Besetzung werden möchten. Opernerfahrung ist nicht erforderlich – mitbringen sollten die Teilnehmer jedoch Mut und Humor. Die Bühne selbst wird zu einer Kunstschule, in der die Reaktionen des Publikums den Verlauf des Dramas mitbestimmen.
Mit Ticketpreisen von nur 10 Euro will die Produktion Hochkultur zugänglich machen. Doch die emotionalen Herausforderungen bleiben groß: Echte Paare setzen sich unter den Augen der Zuschauer mit den provokanten Themen der Oper auseinander.
Signeyroles Ansatz zielt darauf ab, die Gefühle des Publikums zu berühren, statt eine klassische Aufführung zu bieten. Indem sie ungeübte Paare ins Zentrum stellt, fordert die Inszenierung sowohl Teilnehmer als auch Zuschauer auf, ihre eigenen Vorstellungen von Liebe und Treue zu hinterfragen.
Das Experiment ist Teil der Spielzeit 2024–25 des Theaters. Die ausgewählten Paare werden Mozarts Treueprobe vor live Publikum bestehen müssen – das Ergebnis verspricht so unberechenbar zu werden wie die Beziehungen, die es untersucht.






