Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Crash in NRW mit Rekordzahlen
Nordrhein-Westfalen verzeichnete 2025 einen drastischen Rückgang im Wohnungsbau – die Fertigstellungen sanken auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Die Bauquote des Landes lag bei nur noch 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Doch in Mönchengladbach entwickelte sich die Lage völlig anders: Hier stiegen die Baugenehmigungen stark an, und die Stadt fast verdreifachte ihre Wohnungsbauleistung im Vergleich zu 2024.
In ganz Nordrhein-Westfalen wurden 2025 lediglich 37.185 Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Steigende Kosten und höhere Kreditzinsen spielten eine zentrale Rolle: Die Finanzierung von Bauprojekten ist mittlerweile drei- bis viermal so teuer wie noch 2022. Zudem kletterte der Preisindex für Wohnungsbau im frühen Jahresverlauf 2025 um 3,2 Prozent, was den Druck weiter erhöhte.
Mönchengladbach jedoch schwamm gegen den Trend. Die Stadt genehmigte 2025 ganze 73,6 Prozent mehr Bauvorhaben als im Jahr zuvor. Zudem wurden 758 neue Wohnungen fertiggestellt – fast dreimal so viele wie 2024. Mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner belegte die Stadt unter den kreisfreien Städten Platz drei und lag damit deutlich über dem Landesdurchschnitt.
Der Wohnungsbau-Schub in Mönchengladbach begann bereits 2023, als die Stadt rund 43 Millionen Euro in ihr kommunales Wohnungsbauunternehmen WohnBau investierte. 2025 flossen weitere 43,2 Millionen Euro an Fördermitteln in 218 neue Wohneinheiten – fast auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Die Ausschöpfung des Sozialwohnungsbudgets war bereits von mageren 5 Prozent im Jahr 2021 auf 274 Prozent 2024 explodiert.
Während Nordrhein-Westfalen mit sinkenden Bauzahlen kämpft, hat Mönchengladbach seine Wohnungsbauoffensive beschleunigt. Die höhere Fertigstellungsquote und die gestiegenen Subventionen stehen in krassem Gegensatz zur allgemeinen Verlangsamung im Land. Angesichts nach wie vor hoher Finanzierungskosten könnte der Ansatz der Stadt ein Vorbild für andere Kommunen sein, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.






